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SCHWIKART,
GEORG: Sexualität in den Weltreligionen. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus,
208 S. 17,95 EUR. |
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Thomas
Breuer*
(08.08.2002)
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Religion
und Sexualität - das war zumindest im christlich geprägten Abendland immer
ein spannungsreiches Verhältnis. Zweifellos stand das Christentum die meiste
Zeit seiner Geschichte im Zeichen einer Sexualfeindschaft, die vielerlei
Wurzeln hatte. Insbesondere die Verknüpfung von Erbsünde und Geschlechtlichkeit
bei Augustinus hat verhängnisvolle Folgen gezeitigt, von denen sich das
Christentum bis heute nicht vollständig erholt hat. Die sexuelle Lebensenergie
prägt den Menschen so stark, dass die Kirche sie vorwiegend als Bedrohung
aufgefasst hat, der man durch reglementierende Normierung entgegenwirken
muss. Erst seit wenigen Jahrzehnten beginnt sich auch im christlichen Bereich
eine positivere Sicht der Sexualität als gute Gabe Gottes durchzusetzen,
doch scheinen für viele Zeitgenossen Kirche und Sexualfeindschaft immer
noch Synonyme zu sein. Da blickt manch einer gerne gen Osten, wo in den
asiatischen Religionen scheinbar sexualfreundliche Alternativen locken.
Kamasutra versus Zölibat - da fällt die Wahl nicht schwer, oder? |
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Dass
die Sache nicht ganz so einfach ist, zeigt Schwikart in seinem leicht lesbaren
Überblick. Der Autor verschweigt die dunklen Seiten der christlichen Tradition
nicht, aber er verzichtet auf die beliebte Schwarz-Weiß-Malerei zugunsten
einer differenzierten Information - soweit es der beschränkte Umfang des
Bandes zulässt. Dass für Siddartha Gautama die Frau v.a. Bedrohung und Unheil
bedeutete, weil sie im Mann Begierde auszulösen kann, die es doch zu überwinden
gilt, findet hier ebenso Erwähnung wie der untergeordnete Rang der Frau
in der hinduistischen Tradition. |
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Das
Buch ist geschrieben für Leser ohne weitere Vorkenntnisse. Im Anschluss
an eine bisweilen etwas sprunghaft wirkende Einleitung informiert Schwikart
insgesamt zuverlässig über die Bedeutung der Sexualität in Judentum, Christentum,
Islam, Hinduismus und Buddhismus. Jedes Kapitel ist gleich aufgebaut: kurze
Einführung in die Religion; das Wesen der Sexualität aus Sicht der jeweiligen
Religion; Geschlechterrollen; Ehe und Familie, Heirat und Scheidung; Geburtenregelung;
Sexualität außerhalb der Ehe; Homosexualität; Askese; abschließende Würdigung:
Sexualität als Teil des Lebens. |
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Schade
ist, dass Schwikart für seine Zitate häufig nicht die Quelle angibt. Ebenso
bedauerlich ist, dass man im Kapitel über das Christentum nichts über die
orthodoxe Tradition erfährt. Schließlich fragt man sich auch nach den Kriterien
für die Auswahl der "weiterführenden Literatur". Dass hier für den katholischen
Bereich allein der sogenannte Weltkatechismus angegeben wird, ist ein schwerer
Fauxpas. Stellvertretend für andere sei wenigstens auf das ebenfalls leicht
lesbare Bändchen von Herbert HAAG und Katharina ELLIGER hingewiesen: "Zur
Liebe befreit. Sexualität in der Bibel und heute" (Düsseldorf 1998). |
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Dennoch:
Ein Buch, das sich gut als erster Zugang zur Thematik eignet! |
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Dr. Thomas Breuer ist Oberstudienrat für Kath. Theologie/Religionspädagogik
an der PH Ludwigsburg und einer der Herausgeber von THEOPHIL-online. |
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