DEPTA, KLAUS: Rock for Jesus. Biographisches Lexikon christlicher Interpreten der Rock- und Popszene. Aufbereitet für Religionsunterricht und Jugendarbeit, Limburg-Kevelaer: Lahn-Verlag, 2001, 170 Seiten,
14,90 EUR.

 
 
Gerd Buschmann* (07.02.2004)
 
   
 
 
   
  Religiöse Elemente in der (säkularen) Popmusik haben in den vergangenen Jahren einige theologische und insbesondere religionspädagogische Aufmerksamkeit nicht nur in Dissertationen erfahren, vgl. u.a. die einschlägigen Arbeiten von Ilse Kögler, Peter Bubmann, Rolf Siedler, Arthur Thömmes, Bernd Schwarze, Hubert Treml, Jan Koenot, Gotthard Fermor, Matthias Everding und Uwe Böhm / Gerd Buschmann. - Das vorliegende Büchlein bezieht sich ausschließlich auf die christliche Popmusikszene, die in den USA nicht so strikt von der "weltlichen" getrennt ist wie in Deutschland. Der vielfältig besonders durch Rundfunkbeiträge ausgewiesene Autor, Referent für Gymnasien der Schulabteilung des Bischöflichen Generalvikariats Fulda und Leiter der Redaktion Kirche im Privaten Rundfunk des Bistums Fulda, hat bereits in seiner 1999 im selben Verlag erschienenen Arbeitshilfe "Holy Fire" auf 112 S. und einer beigelegten CD 14 Songs christlicher Rock- und Popmusik u.a. der Gruppen Ararat, Nimmzwei, und Jona religionsdidaktisch aufbereitet. - Der vorliegende Band ist umfassend-lexikalisch, alphabetisch und biographisch angelegt: Lebensläufe und Songbeispiele von ca. 40 christlichen Interpreten unterschiedlicher Musikrichtungen sollen die christliche Einstellung nicht nur erfolgreicher Stars wie Amy Grant, Phil Keaggy, Petra oder Rick Wakeman und ihrer Glaubens-Suche verdeutlichen, ergänzt durch Diskographien und knappe didaktische Impulse. Hilfreich ist auch ein 5-seitiges Themenregister zu den vorgestellten Songs. - Hier aber zeigen sich zugleich auch die Grenzen dieser Veröffentlichung: a) die Verengung auf die in Deutschland noch immer recht isolierte "christliche" Popmusikszene, b) die einseitige und der Popmusik nicht gerecht werdende Zugangsweise über Text/Themen-Orientierung, c) die mehrheitlich einseitig "fromm" und evangelikal angelegten Texte dieser christlichen Szene mit ihren Anbetungslieder (praise and worship) und der d) damit verbundenen theologischen Verengung auf Themen wie "Nachfolge", "Evangelisation", "Schuld", "Umkehr", "Bekenntnis" und "Lobpreis" (Zitate aus dem Register) sowie e) die mehrheitliche Reduktion auf die (textorientierte) Singer/Songwriter-Tradition. - Ob viele dieser frommen Texte nicht selbst wieder der kritisch (!)-didaktischen, - auch religionskritischen (!) -, Reflektion bedürften, um sie religionsdidaktisch wirklich fruchtbar zu machen?! Dazu aber reichen die mehrheitlich affirmativen, biblizistischen und allzu knappen didaktischen Impulse nicht aus. - Der Autor hat aber auch zu dieser Form der theologisch/didaktisch/kritischen Auseinandersetzung mit diesem Buch eine dankbare Grundlage geschaffen.  
   
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  * Dr. Gerd Buschmann ist Akad. Oberrat für Evang. Theologie/Religionspädagogik an der PH Ludwigsburg und einer der Herausgeber von THEOPHIL-online.  
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