"Wann kommt die Flut?" - Sintflut und Arche als massenmediale apokalyptische Symbole in der populären Kultur zur Jahrtausendwende - exemplarische Inhaltsanalyse eines Musikvideos mit methodischem Analysemodell und unterrichtspraktischem Material  
 
Thomas Bickelhaupt / Uwe Böhm / Gerd Buschmann*(14.01.2002)
 
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  1.Musikvideos  
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  Musikvideoclips[1] mit ihrer spezifischen Musik/Bild-Symbiose werden in einer massenmedial aufgeklärten Pädagogik längst nicht mehr nur präventionsdidaktisch als Gefahr für die Jugend[2] und als Bedrohung des „Wortes“ durch das Bild bzw. Zeichen, sondern auch als zeitgemäße Verschmelzung visueller und auditiver Gebrauchs-Kunst, Ausdruck zeitgenössischer (Jugend-) Kultur[3] und ernstzunehmende ästhetische Zeugen unserer Zeit sowie Bestandteil einer an (jugendlichen) Lebens- und Alltagswelten[4] orientierten (Religions-)Pädagogik wahrgenommen. Insofern vollzieht sich auch in der Pädagogik allmählich ein Bewertungswechsel gemäß dem Diktum Umberto Ecos: „Es waren einmal die Massenmedien, sie waren böse, man weiß, und es gab einen Schuldigen. Ferner gab es die Tugendhaften, die ihre Verbrechen anklagten ... Gut, das alles ist nun vorbei.“[5] Selbst wenn sich Schule, Unterricht und Lehrkräfte als besonders medienresistent und konservativ kulturkritisch erweisen[6] und selbst die religionspädagogische Symboldidaktik hinreichend Vorbehalte gegen die Untiefen der Massenmedien bereithält[7], so vollzieht sich dennoch dieser Wechsel durch eine zunehmende semiotische Revision der Symboldidaktik[8], durch eine wachsende Auseinandersetzung der Theologie der 90er Jahre mit der Popularkultur[9] und durch eine stärkere Betonung der Medienerziehung in der Schule.[10]  
a Videoclips durchbrechen die im Unterricht übliche Asymmetrie von Lehrenden und Lernenden und können einen offenen Religionsunterricht ermöglichen, in dem LehrerInnen und SchülerInnen gemeinsam nach Religion im Alltag suchen. In semiotischer Perspektive „wird der Religionsunterricht noch energischer über die Wahrnehmung und Gestaltung verbaler Texte hinaus geöffnet für Dramaturgien und Choreographien, für Bilder, Gesten, Räume usw., kurz: für die Fülle der Zeichen und ihr überschüssiges, von bloßer Wort-Hermeneutik nicht einzufangendes Potential.“[11] Der Musikvideo-Sender MTV erreicht weltweit ca. 210 Mio. Haushalte, VIVA ist in Deutschland zu einem erfolgreichen Konkurrenten geworden[12]: Wer unter Jugendlichen mitreden will, muß die Videoclipsender wahrnehmen. Heute läßt sich praktisch kein Hit in der Popmusik mehr ohne entsprechenden Clip plazieren. Dabei ist die Diskussion um Videoclips kein peripheres, sondern ein sehr wichtiges Thema, der sich besonders auch Religionspädagogik und Theologie zu stellen haben,[13] - um der Wahrnehmung jugendlicher Lebenswelten wie um der Wahrnehmung gelebter Religion willen.[14] Musikvideos sind die „Lingua Franca der Jugend.“[15] Denn in Popmusik und Videoclips finden sich, wie in aller Popkultur, vielfältig religiöse Symbole und Formen gelebter Religion.[16] Das soll hier exemplarisch inhaltsanalytisch und methodisch an einem apokalyptisch anmutenden Titel gezeigt werden.  
   
  2. Apokalyptischer Sommerhit  
   
  Am Ende des Jahrtausends hat die Apokalyptik wieder Konjunktur. „Weltuntergang und große Katastrophen sind Modethemen“[17], - populäre Filme[18] wie Titanic, Deep Impact, Armageddon oder Godzilla zeigen das.  
   So liegt es nahe, daß auch ein Sommerhit-Videoclip 1998 die Apokalyptik in Form der Sintflut thematisiert: Peter Heppner (Text) / Joachim Witt (Musik), Die Flut.[19]  
   
  3. Methode der Analyse  
   
  Zur Analyse wird hier der inhaltsanalytische Ansatz gewählt. Er fragt nach den Inhalten des Clips, seiner Gattung, der Zuordnung von Text, Musik und Bild, den Themen, Bildern und Symbolen und besonders der Ikonographie. Der wirkungsanalytische Ansatz in der Videoclipforschung, der neben der Frage nach den Inhalten auch die Frage stellt, „wie die Rezipienten tatsächlich mit diesen Inhalten umgehen, ob also beispielsweise die Gewaltdarstellung die Gewaltbereitschaft fördert“[20], wird insofern aufgenommen, als a) der rezeptionsästhetische Ansatz zum ikonographischen hinzugenommen wird, und b) ein Stimmungsbarometer bzw. Polaritätsprofil (semantisches Differential) als Fragebogen (vgl. Anlage 1) beigefügt ist: „Neben der Analyse der Bildschicht und Eigenproduktion können Schülerinnen und Schüler auch selbst die Wirkung von Videoclips erforschen, indem sie beispielsweise in zwei Parallelklassen einen Musiktitel rein auditiv bzw. als Videoclip beurteilen.“[21]  
  Im folgenden werden wir die ikonographische Methode nach Panofsky[22], die für die Beschreibung und Interpretation unbewegter Bilder entwickelt wurde, auf bewegte Bilder übertragen. Diese Methode geht davon aus, daß in jedem Kunstwerk, - und ein Videoclip ist ein Kunstwerk - , drei Bedeutungsschichten unterschieden werden können, die gleichzeitig die drei Phasen der ikonographischen Untersuchung darstellen:  
   
  1. Die vorikonographische Beschreibung  
  2. Die ikonographische Beschreibung und Interpretation  
  3. Die ikonologische Interpretation.  
   
  In der vorikonographischen Beschreibung wird, - ohne zu interpretieren -, alles aufgezählt, was zu sehen ist. Formale Aspekte wie z.B. Farben, Komposition etc. werden differenziert erfaßt.  
  Die Ikonographie untersucht die einzelnen Motive, um das übergeordnete Thema des Kunstwerkes zu identifizieren. Die Ikonologie fragt nach der tieferen Bedeutung des Kunstwerkes.  
  Die Ikonologie stellt „den Zweig der Kulturgeschichte“ dar, „der es sich zur Aufgabe macht, den kulturellen, sozialen und historischen Hintergrund von Themen in der bildenden Kunst aufzudecken und aus diesem Hintergrund heraus zu erklären, warum ein bestimmtes Thema von einer bestimmten Person (Künstler oder Auftraggeber) an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit gewählt wurde und warum dieses Thema auf eine bestimmte Art und Weise dargestellt wurde.“[23]  
  Da bei einem Videoclip in ganz besonderer Weise emotionale Befindlichkeiten beim Betrachter evoziert werden, erscheint es sinnvoll, den rezeptionsästhetischen Ansatz in das Analyseraster zu integrieren.[24] - Musikpädagogisch findet sich die Rezeption innerhalb der auditiven Wahrnehmung in den Phasen der „Akzeption“ (Annahme des Kunstwerks). Hierbei unterscheidet Lemmermann drei Phasen der Akzeption:[25]  
   
  1. Das erste „Auf-sich-wirken-Lassen“ geschieht in der „Perzeption“.  
  2. In der „Apperzeption“ kommt es zur bewußten Zuwendung durch „Assoziationen“.  
  3. Das „Struktur-Hören“ als „bewußtes Hören“ vollzieht sich in der „Rezeption“.  
   
  Diese drei Phasen der auditiven Wahrnehmung finden sich in dem Analyse-Raster (als Arbeitsblatt: vgl. Anlage 2) wieder.  
   
  4.Exemplarische Analyse des Musikvideos „Die Flut“  
   
  A) Vorikonographische Beschreibung  
   
  1. Gegenstandssicherung  
  1.1. Der Titel  
  Es handelt sich um das entsprechende Musikvideo zum ca. 4-minütigen, deutschsprachigen Titel des Hamburger Musikers Joachim Witt (Text: Peter Heppner), „Die Flut“, das im Sommer 1998 Spitzenplätze in den Charts belegte und im Musikkanal VIVA in der „Heavy Rotation“[31] war.  
   
  1.2. Gattung  
  Bei dem Video handelt es sich formal um einen „narrativen Concept-Clip“ mit eingestreuten Performance und Art-Elementen: „der Clip erzählt fortlaufend eine (zum Song passende) Geschichte.“[32] Näherhin handelt es sich um einen Concept-Clip mit Interpreten, die als Schauspieler agieren. Menge[33] spricht von „Singspiel-“ oder „Musical-Video“.  
  Inhaltlich stehen Lied und Clip in der Tradition der düster-schönen Gothic-Songs, New Romantics und Wave, die wiederum der Independent-Musik zuzuordnen sind.[34] Der Schmerz der Welt wird nekrophil und depressiv ästhetisch in schaurig-schöner Weise dargeboten. Als ehemaliger „Goldener Reiter“ aufersteht Joachim Witt nach Meinung der TAZ als „geisterhafter Schimmelreiter der neuen deutschen Düsternis“ in den Spuren Rammsteins und der deutschen Romantik: Nihilismus und Nietzsche, Blutsonne und Venusmond, Seelenschmerz und Sehnsucht nach Höherem, dürstend nach „Stahlgewittern wie aus Eisen“ und „Fackeln im Sturm“. Das „apokalyptische Erweckungsduett“ offenbare „so kurz vor dem Millenium die Sehnsucht nach dem morbiden Mystizismus der deutschen Romantik.“[35]  
   
  1.3. Inhalt / Aufbau  
  In der Rahmenhandlung sitzen sich zwei Männer an einem wie in einer Verhörsituation von einer Lampe beschienenen Tisch in einem kargen Raum gegenüber. Durch die Texteinblendung „Die Arche steht bereit“ springt das Video über in die Erzählhandlung: Nach einem Orts- und Zeitwechsel stehen weiß gekleidete, an „Bund Deutscher Mädchen“ erinnernde Frauen und an nationalsozialistische Zeiten erinnernde Männer in Zweierreihe vor einem schwarzen Ozeanriesen und warten auf eine Fahrkarte; sie werden in den rot-schwarzen Texteinblendungen als Auserwählte bezeichnet. Zur gleichen Zeit begleitet ein Mann in schwarzem Leder- und Regenmantel mit Flieger- oder Motorradmütze eine Gruppe zerlumpter, verkrüppelter Gestalten in Richtung Ozeandampfer bzw. Arche. Nun setzt der Regen ein (Die Flut): die letzte Fahrkarte wird vergeben. - Die beiden Gruppen der noch nicht auf dem Schiff befindlichen „Auserwählen“ und der Krüppel treffen jetzt aufeinander. Es kommt zu einem wilden, tumultartigen Geschiebe bzw. Kampf, in dem sich einer der Auserwählten gerade noch auf das Schiff retten kann. Er kappt die Seile, so daß die Gangway herunterbricht und einige der Wartenden erschlägt. Der Zugang zum Schiff ist jetzt versperrt. Der Mann, der das Seil gekappt hat, schlägt die Luke zu. Der Clip endet mit der Rahmenhandlung: die zwei Männer sitzen am Tisch. – Der Spannungsbogen bzw. Handlungsverlauf des Clips ist graphisch in Anlage 9 skizziert.  
   
  1.3.2.1. Einzelszenen  
  Der Clip läßt sich am ehesten durch die Texteinblendungen in Einzelszenen gliedern:  
  Zu Einzelszenen und zum ganzen Clip läßt sich ein Storyboard erstellen, wie es hier exemplarisch (in Anlage 8) gezeigt wird.  
   
  2. Formale Beschreibung  
  2.1. / 2.2. Anordnung und Perspektiven  
  Durch die unterschiedlichen Kamerapositionen wird die Identifikation mit allen drei Gruppen erzielt - mal glaubt man sich unter den Verstoßenen auf der Erde liegend zu befinden (vgl. vermeintlich auf dem Boden liegend sieht man die Füße der Ausgestoßenen und einen Wagen an sich vorüberziehen), mal befindet man sich mit den Auserwählten auf einer Höhe (vgl. Vergabe der Fahrkarten, die Auserwählten stehen bereit, die Auserwählten laufen die Gangway hinauf). Als die beiden Gruppen in der Massenkampfszene aufeinandertreffen, sieht der Betrachter nur noch Fragmente der rivalisierenden Gruppen - man wird selbst zu einem Mitkämpfer. Witt und Heppner schaut man immer frontal ins Angesicht - sie stellen die konstante Größe in dem Clip dar. Allein durch die Kamerapositionierung ist eine Identifikation mit allen drei Gruppen (den Auserwählten, den Ausgestoßenen, den Anführern) möglich. Wir als Betrachter sind verunsichert: Mit welcher Gruppe identifizieren wir uns?  
   
  2.3. Räumliche Situation / Wahrnehmungsperspektive  
  Identifizieren wir uns mit den Auserwählten: Männer mit nackten, durchtrainierten Oberkörpern und weißen Hosen und Frauen mit geflochtenen Zöpfen und weißen Kleidern, die uns durch ihre Mimik und Gestik den Eindruck von Reinheit, Schönheit und Überlegenheit vermitteln?  
  Oder mit den Ausgestoßenen: Menschen in zerlumpten Kleidern und Gasmasken, verletzt, kaum noch fähig, durch den Schlamm zu laufen, angewiesen auf Krücken? Einer trägt eine Sense - ein Hinweis auf den bevorstehenden Tod? Oder mit Witt und Heppner: Sie werden meist in Großaufnahmen gezeigt, unbewegt, emotionslos, kalt, heroisch und übermächtig?  
   
  2.4. Kameraführung und Kameraeinstellungen  
  Die Musikvideo-typische Vielzahl von Einzelschnitten (ca. 140) verteilt sich auf anfangs längere Sequenzen, die ab der Kampfszene zwischen den beiden Menschengruppen kürzer werden und zusammen mit den dort einsetzenden Kameraschwenks und Schrägstellungen Unordnung und Chaos vermitteln. Der Clip arbeitet überwiegend mit harten Schnitten. Eine Totale fehlt: Der Betrachter kann sich keinen Überblick über die gesamte räumliche Situation verschaffen. Großaufnahmen dominieren. Als Details finden sich insbesondere: das Abstempeln der Fahrkarten, der Beginn des Regens, Gesichtszüge, Füße mit Wagen, Kampfdetails, das Kappen der Seile, die herunterbrechende Gangway, das Bullauge und das Messer.  
   
  2.5. / 2.6. Objektbewegung / Kompositionslinien  
  Auch hinsichtlich der Linienführung der Bilder ist der Clip von Dualismen geprägt. Der nüchtern wirkenden horizontalen Texteinblendung entspricht die Festigkeit und Stabilität vermittelnde, weitgehend horizontale Linienführung in der Rahmenhandlung, ebenso bei den Einblendungen von Witt und Heppner.  
  Auch die Auserwählten bzw. die privilegierte, weiß gekleidete Personengruppe wird in geordneter Linienführung dargestellt: ansteigende Diagonalen drücken Hoffnung, Zukunft und Eintritt in eine bessere Welt aus, geordnet-strukturierte Reihungen und Parallelen zeugen von Disziplin, Ruhe und Gelassenheit. Die Privilegierten sind gut sichtbar, bewegen sich harmonisch und stabil horizontal und vertikal oder aufsteigend diagonal, die Kamera schaut zu ihnen auf. Sie erscheinen frontal, gross und zentral im Bild. Ruhe, Sicherheit und Zukunft werden ausgedrückt.  
  Die oft verschwommen und undeutlich aus Vogelperspektive gezeigten Nicht-Privilegierten bzw. Zerlumpten und Krüppel bewegen sich nach einem parallelen Start unharmonisch und ungeordnet (humpelnd) und in Diagonalen nach hinten bzw. nach links oder unten aus dem Bild heraus.  
  Der vertikal abgegrenzten Gegenüberstellung beider Menschengruppen korrespondiert das Durcheinander und die Streuung bei deren Aufeinanderprallen.  
   
  2.7. / 2.8. Hell-Dunkel-Beziehungen und Farbwahl  
  Der Clip arbeitet durchgängig mit dualistischen Hell-Dunkel-Effekten, was bei den zwei Menschengruppen besonders deutlich wird: die eine wird in sauberer, weißer Kleidung sehr stark ausgeleuchtet, die andere bleibt braun und zerlumpt gekleidet stets im Dunkel und mit der braunen Erde und dem durch den Regen verursachten Schlamm verbunden; dunklen Stellen stehen starke Überbelichtungen und stroboskopartige Lichteffekte gegenüber. Der Hell-Dunkel-Beziehung dient oft eine nur punktuelle Beleuchtung der Bildmitte, während die Ränder im Dunklen verbleiben. Während der Clip zu Anfang noch gut ausgeleuchtet erscheint, wird er gegen Ende insgesamt dunkler. Die häufig von oben kommenden Lichtquellen erzielen eine nur geringe Raumwirkung und Plastizität wegen eines fast durchgängigen Nebels, der Figuren oftmals nur schemenhaft erkennen läßt.  
  Neben dem Hell-Dunkel- bzw. Braun-Weiß-Gegensatz bildet besonders Rot einen Kontrast zu Schwarz (Texteinblendungen / Anzüge in der Rahmenhandlung) oder Weiß (Lippen und weiße Kleidung).  
  Der schon mehrmals angesprochene Dualismus ist auch bei der Farbgebung des Clips zu beobachten. Die Farbveränderungen wurden während der Post-Production vorgenommen: Witt und Heppner werden meist schwarz/weiß dargestellt: Der eine mit schwarzer Kopfbedeckung, - meist  schwach ausgeleuchtet - , der andere in weißem Anzug und überbelichtet. Die Farben orange und grün dominieren den ganzen Clip. Meist wird ein Farbfilter über die Bilder gelegt, gefolgt von einem kurzen, blitzartigen Aufflackern, dann erfolgt ein Farbfilterwechsel. Der Kontrast zwischen dem extrem warmen Farbton (orange) und dem extrem kalten Farbton (grün) spiegelt die inhaltliche Situation wider.  
   
  2.9. Technik / Spezialeffekte  
  Bei der Post-Production wurden verschiedene Effekte in den Clip eingearbeitet: Stummfilm-Elemente durch die Texteinblendungen (vgl. Sergej Eisenstein, Panzerkreuzer Potemkin, UdSSR 1925)[36], Farbveränderungen (vgl. schwarz/weiß, orange, grün ), Slow-Motion, Zeitraffer, etc.  
   
  2.10.1. Der Text  
  Joachim Witt (Musik) / Peter Heppner (Text): CD Bayreuth Eins[37], Die Flut[38]  
  Vers 1 (gesprochen):  
  Wenn ich in mir keine Ruhe fühl´,  
  Bitterkeit mein dunkles Herz umspült,  
  ich nur warte auf den nächsten Tag,  
  der mir erwacht.  
  wenn Finsternis den klaren Blick verhüllt,  
  kein Sinn mehr eine Sehnsucht stillt,  
  ruf ich mir herbei den einen Traum,  
  der sich niemals erfüllt.  
 

 
  Bridge 1:  
  Und du rufst in die Nacht,  
  und du flehst um Wundermacht,  
  um ´ne bess´re Welt zum leben,  
  doch es wird keine and´re geben.  
   
  Refrain:  
  Wann kommt die Flut – über mich?  
  wann kommt die Flut – die mich berührt?  
  wann kommt die Flut – die mich mit fortnimmt  
  in ein and´res grosses Leben – irgendwo?  
   
  Vers 2:  
  All die Zeit so schnell vorüberzieht,  
  jede Spur von mir wie Staub zerfliegt,  
  endlos weit getrieben von unsichtbarer Hand.  
  Gibt es dort am kalten Firmament  
  nicht auch den Stern, der nur für mich verbrennt,  
  ein dumpfes Leuchten wie ein Feuer in der Nacht,  
  das nie vergeht?  
   
  Bridge 2:  
  Und du siehst zum Himmel auf,  
  fluchst auf den sturen Zeitenlauf,  
  machst dir ´ne Welt aus Trug und Schein,  
  doch es wird keine and´re sein.  
   
  Refrain:  
  Wann kommt die Flut – über mich?  
  Wann kommt die Flut – die mich berührt?  
  Wann kommt die Flut – die mich mit fortnimmt  
  in ein and´res grosses Leben – irgendwo?  
   
  Bridge 3:  
  Und du rufst in die Welt,  
  daß sie dir nicht mehr gefällt.  
  Du willst ´ne schönere erleben,  
  doch es wird keine and´re geben.  
   
  2.10.2. Schriftbild / Typographie  
  Die eingeblendeten Texte gliedern den Clip.- Die ersten beiden Einblendungen sind beschreibend:  
  DIE ARCHE STEHT BEREIT  
  NUR AUSERWÄHLTE DÜRFEN AN BORD  
   
  Die folgenden vier Einblendungen weisen bereits auf das bevorstehende Drama hin:  
  ABER AUCH ANDERE WOLLEN MIT ...  
  PLÖTZLICH SCHWARZE WOLKEN  
  DIE SEELEUTE KÄMPFEN GEGEN DIE ZEIT  
  DIE LETZTE FAHRKARTE  
   
  Die letzten vier Einblendungen, die alle nur sehr kurz zu sehen sind, stellen den Höhepunkt der ausweglosen Situation dar. In direkter Rede wird das Flehen LASST UNS REIN abgewiesen:  
  FÜR EUCH IST KEIN PLATZ  
  TREIBT SIE ZURÜCK  
  FAHRT ZUR HÖLLE  
   
  Bei der Schrift handelt es sich um eine Groteskschrift, d.h. eine serifenlose Schrift. Alle Buchstaben sind als Majuskeln dargestellt - rot auf schwarzem Grund. Auffallend ist, daß die Buchstaben E, F und N verfremdet werden: Das E erinnert an das griechische Sigma (S), der Buchstabe F an den kyrillischen Buchstaben g (G) und das N an den kyrillischen Buchstaben i (N spiegelverkehrt).  
  Durch die Typographie werden einzelne Worte hervorgehoben (ARCHE; WOLLEN MIT; ZEIT), bzw. wird die Botschaft unterstrichen (vgl. fallende Linienführung bei der Textgestaltung: PLÖTZLICH SCHWARZE WOLKEN). - Sowohl durch die Farbgebung als auch durch das subtile Einbeziehen östlicher Schriftzeichen wird ein Dualismus von West-Ost, Freund-Feind, Gut und Böse evoziert.  
   
  2.11. Klang und Ton  
  2.11.1. Sprache  
  In poetisch düsterer Sprache sind die Strophen getextet. Vor allem Joachim Witt betont das rollende „R“ während den Strophen. Der Sprechgesang wird von ihm in tiefer Lage vorgetragen. Bei manchen Wörtern des Songs findet eine Silbenverkürzung (z.B. ´um ´ne bess´re Welt´) statt. Neben den Wörtern negativer Konnotation (z.B. ´Bitterkeit´, ´Finsternis´, ´kalten Firmament´, ´dumpfes Leuchten´, ´Nacht´ oder ´Trug und Schein´) sind auch eher positiv besetzte Begriffe (´Sehnsucht´, ´Traum´, Wundermacht´, ´Himmel´ oder ´bessere Welt´) vorhanden, die jedoch untergehen bzw. im Kontext eine Negativ-Färbung erfahren.  
  Im gesungenen Refrain wird sechsmal die Frage gestellt: Wann kommt die Flut? Sowohl in der ersten Strophe als auch im Refrain wird die erste Person singular betont: ´Wenn ich in mir keine Ruhe fühl´und ´Wann kommt die Flut ... über mich ... die mich berührt ... die mich fortnimmt?´ Im Zwischenteil (Bridge) verändert sich die Perspektive: Der Zuhörer wird angesprochen: ´Und du rufst´ bzw. ´Und du siehst´. Ein Dialog zwischen den Sängern bzw. den Rezipienten führt zu einer gewissen Betroffenheit und obliegt zudem dieser apokalyptischen Thematik.  
   
  2.11.2. Geräusche  
  Als Vorspiel ertönen Geräusche, die die apokalyptische Flut ankündigen: Gewitter, starker Regen und Donner. Eine angstbesetzte Grundeinstellung wird schon zu Beginn des Songs hervorgerufen.  
   
  2.11.3. Musik  
a Der Song „Die Flut“ wurde 1997 von Peter Heppner getextet. Joachim Witt komponierte die Musik dazu.[39]  (Vgl. Anlage 3). Die einfachen Harmonieverbindungen des in E-Dur erklingenden Stücks wechseln funktional zwischen Tonika, Dominante und Subdominante ab. Parallele Mollakkorde der Subdominante und Dominante geben dem Klangbild interessante Farbtupfer.  
   
  Der formale Aufbau des Strophenlieds ist dreiteilig: Die gesprochenen Strophen von Witt, die gesungene Bridge von Heppner und den zweistimmig gesungenen Refrain von beiden. Dieser Aufbau unterstützt die in dem Videoclip herausgearbeiteten Gruppeneinteilung und markiert zudem die binären Oppositionen:  
 
A) Strophe 1 und 2: gesprochen
B) Bridge: gesungen 
C) Refrain: gesungen
 
   
  Im Vorspiel erklingt zweimal eine Akkordbrechung. Die Strophen werden im 16-tel-Rhythmus durch den E-Bass und durch ein monotones Drum-Pattern begleitet. Ab der zweiten Hälfte der Strophe („Wenn Finsternis ...“) setzt die verzerrte E-Gitarre mit Power-Chords (Quinte und Oktave) ein. Diese eher düstere Stimmung des in tiefem Timbre gesprochenen Strophentexts wird durch den gesungenen Bridge „aufgehellt“. Hier dominieren harmonische Diskantklänge des Synthesizers. Der Half-Time-Groove der Begleitinstrumente bewirkt ebenfalls einen atmosphärischen Wechsel.  
  Im dritten Abschnitt überlagern sich Drum-Pattern, Power-Chords und Synthesizer-Klänge aus den vorhergehenden Abschnitten. Durch die instrumentale Begleitung verbindet sich der erste und zweite Teil im dritten. Witt und Heppner singen beinahe eine ähnliche Melodie mit unterschiedlicher Rhythmisierung. Die Zweistimmigkeit des Refrains ist nur scheinbar. Der Refrain endet im gesungenen Unisono („in ein and´res großes Leben, irgendwo“). Sowohl die Bridge als auch der Refrain verwenden dreimalig das gleiche Motiv: Zunächst aufsteigende und danach abfallende Melodie. Hierbei liegt im Bridge dieser Melodieverlauf unterhalb, im Refrain oberhalb des Grundtons.  
  In der Überleitung zur zweiten Strophe erklingt einmal die Akkordbrechung des Vorspiels. Die 2.Strophe wird sofort zusammen mit den verzerrten Power-Chords, dem 16-tel-Rhythmus des E-Bass und dem Drum-Pattern begleitet. Nachdem der Refrain zweimal wiederholt wurde, setzt der 3.Bridge ein. In der 3.Wiederholung des Refrains wird der Song ausgeblendet (fade out).  
  Musikalisch sind die drei Gruppen aus dem Videoclip im Arrangement abgebildet, wenn auch nicht synchronisch zum Clipverlauf:  
  A) Der dumpfe Sprechgesang symbolisiert die zerlumpten Gestalten.  
  B) Die „strahlendere“ Melodik des Bridges, welcher von Heppner gesungen wird, entspricht der Situation der erleuchteten, hellen Auserwählten, in deren Umgebung sich Heppner während des Videoclips aufhält.  
  C) Der ähnelnde Bewegungscharakter von Heppner und Witt drückt sich durch die nur scheinbare Zweistimmigkeit und den Unisono-Schluß im Refrain aus.  
   
  2.12. Text-Bild-Ton-Verhältnis  
  Eine Synchronisation zwischen den drei Gruppen und der musikalischen Zuordnung der Gruppen unterbleibt im Verlauf des Videoclips. Trotzdem sind markante Stellen gestalterisch auf den Text bezogen.  
  Das Startzeichen von Witt (ausgestreckter Arm von oben nach vorne) geschieht für die verkrüppelten Gestalten zwischen den Textteilen „kein Sinn mehr“ und „eine Sehnsucht stillt“.  
  Eine motivische Dissonanz zwischen dem Text und dem Video bleibt bestehen: Im Text dominiert die bevorstehende oder erwünschte (?) Flut als Motiv. Von einer Arche ist nichts zu entdecken. Die Musik unterstützt hingegen den Text in seiner metaphorischen Suche nach einer anderen Welt: `Keine Ruhe´, `Bitterkeit´, `kein Sinn´, `kalten Firmament´, ´dumpfes Leuchten´ sind Begriffe der Strophen, die lebensverneinend wirken. Hierzu passt der „dumpfe“ Sprechgesang von Witt. Hingegen leuchtet in der Bridge die Hoffnung nach einer besseren Welt auf.  
   
  2.13. Schnitttechnik / Ebenen / Oppositionen  
  Schnelle Schnittfolgen und die Verschachtelung verschiedener Ebenen machen grundsätzlich die spezifische Videoclipästhetik aus.[40]  
  Kategorienpaare wie gut/schlecht, gut/böse, schön/häßlich, schwarz/weiß, sakral/profan, ekstatisch/kontrolliert werden sowohl für die Produkte der Alltagskultur als auch zur Imagepflege von vielen Popstars aufgegriffen und mythologisiert.“[41] Auch DIE FLUT arbeitet massiv (und gut apokalyptisch) mit binären Zeichenoppositionen, u.a. kalt/warm, hell/dunkel.  
   
  B) Ikonographische Beschreibung und Interpretation  
   
  Ikonographisch arbeitet der Musikvideoclip wesentlich mit religiösen Motiven: dem Thema „Apokalyptik“ in Form der „Sintflut“ korrespondiert als zentrales Motiv die „Arche“, das durch weitere (religiöse) Accessoires unterstützt wird, u.a. die kurz auftrauchende Sense. Aber auch nicht spezifisch religiöse Motive und Themen lassen sich assoziieren: Selektion, 30-jähriger Krieg, Nationalsozialismus, „Bund Deutscher Mädchen“ etc.  
   
  Das zentrale Motiv nötigt zu einem Vergleich mit der biblischen Erzählung von Sintflut und Arche in Gen 6,5-9,17.  
   
  1. Die biblische Sintfluterzählung  
  Die literarisch nicht einheitliche[42] biblische Sintfluterzählung schildert nach zwei Einleitungen (Gen 6,5-8; 9-12) zunächst Gottes Befehl an Noah (Gen 6,13-22), dann die eigentliche Sintflut (Gen 7) sowie das Ende der Katastrophe (Gen 8,1-19) und in einem doppelten Schluß (Gen 8,20-22; 9,1-17) Gottes segnende Zusage über den Fortbestand seiner Kreatur.  
   
  2. Unterschiede zwischen biblischer Erzählung und Musikvideo  
  Die Unterschiede zwischen biblischer Erzählung und Musikvideo sind kaum zu übersehen:  
   
  2.1. Reduktion des Sintflutmotivs  
  Zunächst fällt auf, daß das Ende der Flut sowie Gottes segnende Zusage, auf die die biblische Erzählung insgesamt zuläuft, im Clip nicht begegnen. Der Clip ist hingegen ganz auf die Szene vom Einzug in die Arche in Form eines der Bibel fremden Kampfmotivs zugeschnitten. Weitere biblische Szenen, die auch in der Kunstgeschichte[43] bedeutsam waren, werden ausgeblendet wie z.B. der Auftrag zum Bau der Arche (Gen 6,13-22), der Auszug aus der Arche (Gen 8,15ff), Dankopfer Noahs und Segen bzw. Bund Gottes (Gen 8,20-9,17).  
  Nach biblischem Zeugnis schließt Gott die Arche (Gen 7,16), im Musikvideo ein „auserwählter“ Mensch.  
   
  2.2. Veränderung des Sintflutmotivs: Selektion!?  
  Die biblische Sintfluterzählung kennt außerdem keine Selektion zwischen Menschengruppen wie der Videoclip; der Einzug in die Arche verläuft geregelt und friedlich und umfaßt kein Kampfgeschehen zwischen rivalisierenden Gruppen. Der Vernichtungsbeschluß Gottes ist grundsätzlich und gilt allen Menschen, ja aller Kreatur: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel, daß ich sie gemacht habe.“ (Gen 6,7). Allein Noah findet Gnade vor dem Herrn (Gen 6,8) und in seinem Gefolge jeweils Paare aller Kreaturen, - aber das meint nicht Selektion, sondern die Aufrechterhaltung der Möglichkeit, daß sich nach der Sintflut Leben neu entwickeln kann: „Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen ... .“ (Gen 8,21).  
   
  2.3. Anthropozentrische Verengung  
  Die biblische Erzählung umfaßt ausdrücklich die Bewahrung der übrigen Kreatur, die Zugang zur Arche erhält; der Videoclip ist anthropozentrisch verengt. Solche anthropozentrische Verengung wird theologisch und religionspädagogisch seit längerem kritisiert.[44]  
   
  2.4. Vernichtung oder Rettung?  
  Die biblische Urgeschichte in Gen 1-11 verweist darauf, daß das „Sich-Verfehlen des Menschen, das wir Sünde nennen, zum Menschsein gehört“[45]: der Bruch des Vertrauensverhältnisses zu Gott (Gen 3: Sündenfall), der Mord am Menschenbruder (Gen 4: Kain und Abel) und das maßlose Streben nach Übermenschlichem (Gen 6,1-4: Engelehen; 11,1-9: Turmbau zu Babel) gefährden das Menschsein und sind Ursache großer Katastrophen und des Bestrafungswillens des Schöpfers. „Daneben aber zeigt die Erzählung von der Flut Gen. 6-9 ein anderes Reagieren Gottes auf das Bösesein: Die Flut zwar ist ein Strafgericht Gottes für den ins Maßlose angewachsenen Frevel einer ganzen Generation (Gen. 8,5a.7a, J); aber am Ende der Flut erklärt der Schöpfer feierlich, daß eine solche Vernichtung nicht wiederkehren soll (Gen. 8,21): ´ Ich will hinfort nicht mehr die Erde um des Menschen willen verfluchen, denn das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. ` In diesem Entschluß am Ende der Flut sagt der Schöpfer die Erhaltung der Welt der Menschen trotz dessen Neigung zum Bösen zu. Gott will die Menschheit, so wie sie ist, bewahren.“[46]     
   
  In biblischer Perspektive geht es also um Gericht und Heil, den Sünden- und Unheilserzählungen der Urgeschichte korrespondiert die volle Bewahrung des Lebens auf der Erde; denn aus der großen Flut errettet Gott selber eine ganze Menschenfamilie und so viele lebende Kreatur, daß der ganzen Welt wieder Zukunft gegeben wird. Diese neue Zukunft des Segens und des neuen Bundes drückt sich nicht nur im Zeichen des Regenbogens aus (Gen 9,12-17), der keine Parallele in den altorientalischen Sintflutmythen, z.B. dem altbabylonischen Gilgamesch-Epos, hat sondern auch expressis verbis: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (Gen 8,22). Und in der Berufung Abrahams wird dann der neue Bundeswille Gottes konkretisiert: „ ... und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ (Gen 12,3b).[47] – Auch die Bezeichnung „Arche“ („Kiste“, „Kasten“) „hat wohl zum Ziel, den Rettungscharakter durch Gott herauszustellen.“[48] Die Taube ist Verheißung von Rettung (auch für die Toten, vgl. Noah-Fresko in der Petrus-Katakombe). – Insgesamt wird die Sintfluterzählung theologisch und religionspädagogisch[49] wesentlich als Rettungsgeschichte gedeutet (obwohl doch Gott seine Schöpfung zunächst vernichtet). Das entspricht der grundsätzlichen Intention der Apokalyptik[50]: ganz dualistisch folgt der Totalkatastrophe der Anbruch einer endgültigen Heilszeit oft als Wiederherstellung urzeitlicher, paradiesischer Zustände. Als Trostbücher für die Treuen in Zeiten des Leidens der Gerechten geschrieben wurzeln sie in der Vorstellung der exklusiven Rettung seines Volkes durch Gott und der Unterwerfung der Feinde Israels. Verbunden damit ist die Vorstellung einer exklusiven Auserwählung der Frommen und der völligen Ausrottung der Gottlosen und Sünder (vgl. z.B. äth. Henoch 1,1; 62,15; 63,11 / 4. Esra 5(7), 17ff. /  1QM I,5). – Wer also den Dualismus und den Selektionsgedanken im Videoclip kritisiert, wird diese Grundlagen mitbedenken müssen.  
  Christlich gedeutet läßt sich die Intention der biblisch-apokalyptischen Sinnfluterzählung mit Ulrich Duchrow und Gerhard Liedke zusammenfassen: „Wir glauben fest, daß auch die schrecklichsten Leiden der Menschen in Auschwitz und Hiroshima genau wie die Leiden unserer Wälder und Meere uns und die Schöpfung nur deshalb nicht sofort in den Wahnsinn treiben, weil Gott in seinem Sohn davon mit betroffen ist, weil er das Leiden aller Schöpfung mitleidet. Diese liebende und mitleidende Antwort Gottes auf die totale Korrumpiertheit der Schöpfung (Gen 6,11.13) muß immer gesehen werden auf dem Hintergrund dessen, was eigentlich normal und folgerichtig wäre ... die Sintflut, das Zurücknehmen einer so aus den Fugen geratenen Schöpfung. Und dieser Gedanke liegt ... Gott ja auch nicht fern. Es ist pure Liebe und Treue zu seiner Schöpfung – man könnte sagen: Inkonsequenz – daß er die Sintflut nicht total sein läßt, sondern daß er den Faden des Lebens mit Noah, seiner Familie und allen Tieren in der Arche hindurchrettet. Es ist pure Liebe und Treue zu seiner Schöpfung, daß er im Kreuz Jesu Christi in das tiefste Leiden der Schöpfung hinabsteigt.“[51]  
   
  2.5. Apokalyptik  
  „Apokalyptik ist ein öffentlichkeitswirksames Gegenwartsphänomen“ und noch heute ist apokalyptische Literatur „Trostliteratur für Geängstigte“ und „eine Form der Seelsorge an solchen, die von Endzeitangst umgetrieben werden“[52], insofern der Weg zum Heil durch die Katastrophe führt und Apokalyptik weniger Zukunftserforschung als Gegenwartsbewältigung beabsichtigt. Wieweit partizipiert daran der Videoclip? Aller Trost, alle expliziten Hoffnungssymbole fehlen hier entgegen der biblischen Tradition, insofern scheint ein Paradigmenwechsel von Rettung zu Untergang vollzogen: „Waren die Vorstellungen der früheren Apokalyptik weithin Erlösungsvisionen, so fällt der Hoffnungsaspekt in der säkularen Apokalyptik unserer Tage zumeist aus.“[53] Der Clip aber thematisiert das, was auch die Apokalyptik motiviert: Lebensangst und Weltangst – und motiviert damit alle diejenigen, die schon immer ihre (politischen) Interessen unter Ausnutzung dieser menschlichen Ängste (vom „Untergang des Abendlandes“) durchzusetzen versucht haben. So ist das Ausdrücken von Ängsten ebenso notwendig wie gefährlich und auch der Videoclip „Die Flut“ ist wie „alle Apokalyptik ... zutiefst zweideutig.“[54] Die fragwürdige faschistoide Ästhetik à la Leni Riefenstahl, die Heroisierung und die schroffen Dualismen verstärken allerdings diese Zweideutigkeit zu ihren Ungunsten.  
   
  3. Bezüge und Vergleich zu weiteren zeitgenössischen Bearbeitungen des Flutmotivs  
  Hier drängt sich nicht nur der Vergleich zur biblischen Sintfluterzählung (Gen 6-9) und zu den bekannten religionsgeschichtlichen, (nicht nur) in der Antike verbreiteten Fluterzählungen auf[55], sondern auch Beziehungen zu weiteren heutigen popkulturellen Verwendungen des Sintflut- und Arche-Motivs. Hier sei exemplarisch verwiesen auf einige Werbeanzeigen aus Zeitschriften (vgl. Anlage 5), auf eine weitere popmusikalische Bearbeitung der Thematik „Sintflut“, auf die „Sintflut“ in der klassischen Musik und das Sintflutmotiv in der Bildenden Kunst[56] (vgl. Anlage 7), in Literatur und Karikaturen (vgl. Anlage 4) unseres Jahrhunderts:  
 
a) BOSCH Tandem-Fuchsschwanz PFZ 1300 AE: „Eigentlich wollte er nur eine Hundehütte bauen.“[57]
b) LEBEN DIREKT Versicherung: „Sicherheit ist zeitlos aktuell.“[58]
c) COMPAQ: House of Computers.[59]
d) Die apokalyptische Vision aus der Zeit des Kalten Krieges und der atomaren Hochrüstung von: Peter Gabriel, Here comes the flood, 1977.[60] (Vgl. Anlage 6).
e) Igor Strawinsky, Die Flut (Mysterienspiel, 1960/61) und Benjamin Britten, Noachs Flut (Mysterienspiel, 1958).
f) Z.B.: Max Beckmann, Sintflut, 1908 / Werner Heldt, Berlin am Meer, 1949 / Franz Radziwill, Die Apokalypse, 1952[61].
g) Literatur und Karikatur.[62]
 
   
  C. Ikonologische Interpretation  
   
  Der 1949 geborene Hamburger Sänger, Songschreiber und Gitarrist Joachim Witt[63] war 1977 Mitbegründer der Gruppe „Düsenberg“. Als Solist gelangen ihm im Rahmen der „Neuen Deutschen Welle“ 1981/82 neben dem Hit „Goldener Reiter“ noch zwei weitere Charts-Plazierungen. An diese Erfolge und als Reiter der Apokalypse konnte er erst jetzt mit „Wann kommt die Flut?“ wieder anknüpfen. – Mit minimalistischen musikalischen Strukturen bearbeitet er thematisch häufig „das Scheitern des Menschen in einer unmenschlichen Gesellschaft“[64]. Die homepage vermerkt: „Textlich dreht sich alles um bedeutungsschwere Romantik, Sex und Todessehnsucht. Bei Witt pulsiert der Herzschlag einer sensiblen, deformierten Seele“. Mit „Die Flut“ erschaffen Witt/Heppner „neben großen Gefühlen wie Verlust und Hoffnung auch eine Zustandsbeschreibung des zur Neige gehenden Jahrtausends.“  
  „In dem schaurig-schönen Stück sprechen und singen zwei offensichtlich grenzenlos deprimierte Interpreten davon, wie ´Bitterkeit mein dunkles Herz umspült´, ´Finsternis den klaren Blick verhüllt´ und ´kein Sinn mehr eine Sehnsucht stillt´. Der einzig sichtbare Ausweg ist die Flut, die kommt und alles Schlimme wegspült, damit am Ende ´ein anderes großes Leben´ beginnen kann. Jedoch stellen die beiden ganz realistisch fest: ´Es wird keine andere (Welt) geben!´ Und so geben sich Witt und Heppner masochistisch leidend dem Schmerz dieser Welt hin und schauen im Video drein, als würden sie gleich nach Drehschluß wieder in die Anstalt zurückgebracht.“[65]  
  Umstritten ist die Frage faschistoider Tendenzen im Clip: MTV nahm das Flut-Video aus dem Programm, beim Konkurrenten VIVA lief es auf Hochtouren; exemplarisch spiegelt sich die ambivalente Einschätzung in den Musiksendern: „Im umstrittenen Flut-Video tritt Joachim Witt als düsterer Anführer auf, der sich mit seinen Mannen den Weg durch panische Menschenmassen auf ein in letzter Minute ablegendes Schiff freikämpft. ´Die Selektion der Arche-Mitreisenden wurde in ihrer Darstellung als nicht sichtbar kritisch empfunden`, begründete MTV in einer Presseerklärung vorsichtig den eigenen Boykottbeschluß. Man wolle dem Musiker zwar keine radikalen Tendenzen unterstellen. Aber zu sehr weckten dort die Szenen Assoziationen an SS-Sturmtruppen und Nazi-Ideologie: Sozialdarwinismus als Äquivalent zur Sintflut. Von solchem Geist distanziert sich Joachim Witt zwar gebetsmühlenartig in jedem seiner Interviews und Rechtsradikale bezeichnet der bekennende PDS-Wähler ... gerne als ´arme Verwirrte`, mit denen er nichts zu tun haben möchte. Andererseits will Witt seine alberne Teutonen-Folklore aus Stahlgewitter-Klängen, Wagner-Anspielungen und penetrant rollendem R durchaus als ironiefreies Bekenntnis zu seiner ´deutschen Mentalität` verstanden wissen. Ein Botho Strauß der Popmusik?“[66]  
  „Bedrohlich dröhnt die Gitarre, dumpf vibrieren die Drums, und eine Gruselstimme kündet vom Untergang der Welt: von einer Flut, die allen Unrat wegschwemmen – und ´in ein anderes großes Leben´ münden wird ... Das expressiv inszenierte Video zu ´Die Flut` zeigt den nun 49jährigen Hamburger als Kapitän einer Arche, der nur einer Handvoll durchtrainierter Herrenmenschen Zuflucht gewährt, während Horden zerlumpter Kreaturen im Regen stehen gelassen werden.“ So faßt der STERN[67] den Clip zusammen und verdächtigt Witt, mit seinem Spuk in einer nicht weiter definierten romantischen Tradition im Kielwasser der als neofaschistisch geltenden Gruppe Rammstein[68] zu schwimmen, mit denen er gemeinsam auf Tournee geht.  
  Anders deutet Neumann[69]: „Einer Reproduktion des Stücks sollten unbedingt eine Reflexion und eine kontroverse Diskussion des Textinhalts vorausgehen, denn die Grundaussage kann keinesfalls unwidersprochen stehenbleiben. Ob nun gewollt oder nicht, liegt dem Gedanken an eine große Flut, die alle vermeintlich schlechten Menschen wegspült, zweifellos eine faschistische Tendenz zugrunde: der vorgebliche Wunsch nach einer besseren Welt, die mittels der Vernichtung allen vermeintlichen Übels erreicht werden soll. – Sieht man das Video zum Song, wird die Übertreibung besonders offensichtlich, und es verstärkt sich die Vermutung, daß es Witt und Heppner gar nicht um den Weltuntergang oder eine `Endlösung´ geht, sondern um die ironische Übertreibung und letztendliche Bloßstellung rechtsradikaler Rattenfänger und Gruppen wie z.B. „Rammstein“, die faschistische Tendenzen und Gewaltverherrlichung subtil hinter oberflächlichen Manierismen verstecken ( ... ). Es ist sicher kein Zufall, daß der düstere Sprechgesang von Witt exakt genauso klingt wie der von Rammstein.“  
   
  D) Rezeptionsästhetik  
   
  Qualitativ konnten einige Äußerungen von Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren im Musikunterricht erhoben werden. Sie sollen exemplarisch die Rezeption der Musik und des Videoclips darstellen. Diese Äußerungen sind nicht repräsentativ, drücken jedoch Tendenzen in dieser Altersgruppe aus.  
  Als Darstellungshilfe der subjektiven Wahrnehmung von Musik und Clip diente das semantische Differential (vgl. Anlage 1). Ergänzend konnten die Schülerinnen und Schüler auf der Rückseite der Polaritätsprofilblätter eigene Anmerkungen, Beobachtungen und Wahrnehmungen notieren.  
  Auf zwei Ebenen wurde der Rezeptionsprozess durchgeführt. Zunächst hörten die Schülerinnen und Schüler nur die Musik. Da ein Drittel den Videoclip kannte, fiel es diesen schwer, die Musik ohne innere Bilder des narrativen Clips wahrzunehmen.[70] Der Song selbst war über der Hälfte der Klassen bekannt. Einige sangen sogar ab der Bridge mit.  
  Danach wurden die Schülerinnen und Schüler mit dem Musikvideoclip konfrontiert. Dabei konzentrierten sie sich auf die „Bilderwelten“. Ein Vergleich mit der vorhergehenden Musikwahrnehmung fand unbewußt parallel während der visuellen Rezeption statt. Diese unterrichtspraktischen Beobachtungen begründen eine ganzheitliche Rezeptionsästhetik von Musik und Bild. Deshalb fällt es im Einzelnen schwer, die Schüleräußerungen eindeutig nach auditiver oder visueller Rezeption aufzufassen.  
   
  Die Schülerinnen und Schüler notierten auf der Rückseite zur Musikrezeption z.B. Folgendes:  
  Subjektive Empfindungen: Ein dunkle verlassene Gegend / abgestorbene Umgebung / Zusammenhalten / zum einen Hoffnung - zum anderen alles aufgeben / mysteriös / Am Anfang hört man Unwetter, Gewitter wie bei einem Weltuntergang / Sie träumen von einer anderen Welt / der Beginn eines neuen Lebens / Sturmflut / Es wirkt auf einen düster / Es ist ein eher nachdenkliches (romantisches) hoffnungsvolles Lied  
  Musikalische Elemente: Sprechgesang / Sänger wechseln sich ab / Refrain höher und klarer gesungen / hat Spuren von Rammstein / immer gleiche Melodie / dunkle Melodie  
   
  Zur Videocliprezeption machten die Schülerinnen und Schüler folgende Bemerkungen:[71]  
  Wahrnehmung der Videoclipelemente: Stummfilm / Aufblitzen / Rote Lippen / Lebendige rote Schrift / Nicht nur deutsche Schrift / nur Paare dürfen auf das Schiff (Männer/Frauen) / negativ, dreckig / Hektik / Geschichte / Himmel - Hölle / graue, dunkle Farben / Arche / nach Krieg / Leichen / Menschen rennen chaotisch durcheinander / Menschen mit Gasmasken / Reiche (schön) <-> Arme (dreckig-häßlich) / schwarz-weiß (gedrückt) / Krieg / weiße Kleidung / Das Bild ist grau, aber manchmal kommt Farbe rein, es kommen helle Einschnitte / langsame Bewegungen / grau: langsam, häßlich, unangenehm, hart, kalt, hoffnungslos; rot: fröhlich, warm, Hoffnung, farbig, schnell / Häufig sind Gesichter verdeckt, nicht erkennbar / Anfang-Ende: im Raum um Tisch  
  Subjekte Interpretationen: Boot, auf das nur Auserwählte dürfen -> wollen mit Schiff in eine bessere Welt -> warten auf Flut / Verwundete, Dreckige und Arme wollen mit, aber sie sind nicht auserwählt, denn das Schlechte soll weg, es soll nur eine Rasse geben / dargestellt wie die „Arche Noah“ in unserer Zeit / Es erinnert auch ein bisschen an die Piratenzeit / Schrift bedeutet Blut / die Geschichte der Arche Noah / Es gibt 3 Gruppen: Mannschaft - starkgeschminkt, angezogen, rote Lippen - ausgestoßen; Am Anfang sind alle Gruppen noch ruhig und gegliedert / Hiroshima-Opfer / Es ist ein bisschen Rassenhaß dabei (Gruppentrennung) / sadistische Züge bzw. Darstellung / Es gibt keine Hoffnung / Man sieht Rassenunterschiede, Unterschied zwischen reich und arm, aber es könnte auch religiös sein / wie Hölle / Das Ende wirkt wie ein Verhör.  
  Subjektiver Vergleich zwischen Musik und Videoclip: Lied ist gar nicht so schlecht, aber im Video wirkt das Lied abscheulich / Das Video paßt nicht, Sänger zeigen sich selbst zu oft / Das Lied wäre besser ohne den Clip. Der Clip macht Angst. / Ich finde das Video abstoßend und unmenschlich. Der Clip paßt nicht zum Lied. / Das Lied geht tiefer als der Clip.  
   
  Abschließend seien die Rezeptionstendenzen dieser Altersgruppe, auch unter Einbeziehung des Polaritätsprofils, kurz zusammengefasst:  
  Es dominiert die Deutung des „Weltunterganges“ bei den Schülern und zwar schon bei der auditiven Rezeption. Dies vor allem durch die Geräusche während des Vorspiels (Gewitter, Regen, Donner). Spätestens ab dem Videoclip kommt das „Arche“-Motiv ins Blickfeld der Jugendlichen. Dieses biblische Motiv scheint einigen bekannt zu sein. Die düstere Stimmung wird schon während der Musikrezeption wahrgenommen, verstärkt sich jedoch bei der visuellen Rezeption. Bleiben bei der Musikwahrnehmung die Extreme des semantischen Differenzials ausgespart, so schlägt das Pendel des Polaritätsprofils des Videoclips stärker in Richtung der negativen Adjektive der rechten Seite des Differentials (s. Anlage). Es dominieren folgende Adjektive: gedrückt, kalt, hart, dunkel, unangenehm, abstoßend, häßlich, unmenschlich, traurig, grau, grob, verschwommen, lebensverneinend. Einige nehmen sowohl in der Musik als auch im Videoclip religiöse Elemente wahr.  
  Die musikalischen und ikonographischen Elemente werden von den Schülerinnen und Schüler benannt. Deutungen gehen in verschiedene Richtungen. Einige Jugendliche empfinden eine Dissonanz zwischen Musik und Clip. Sie favorisieren das Lied. Auch innerhalb der Lerngruppe ist keine Einigkeit vorhanden, ob die gestalterischen Elemente in der Musik und im Clip als faschistoide Tendenzen interpretierbar oder ob die Intentionen der Künstler eher aufklärender Natur sind. Nur eine Schülerin erkannte eine musikalische Verbindung zu der Gruppe „Rammstein“. Die Jugendlichen räumen den Musikern aber auch weltanschauliche Veränderungsmöglichkeiten ein.  
   
  5. Unterrichtspraktisches  
   
  5.1. Lehrplanbezug  
 
  • Schöpfung
  • Wahleinheit (Realschule und Gymnasium, Kl. 9 bzw. 10) „Bilder von Schrecken und Hoffnung“
 
  5.2. Zur lebensweltlichen Situation und Relevanz der Sintfluterzählung  
  „Die Sintfluterzählung gewinnt, als Spiegel unserer Realität gelesen, überraschende Aktualität (...). Die Auseinandersetzung mit dieser „alten“ Geschichte trägt dazu bei, die gegenwärtige Bedrohung nicht zu verdrängen.“[72] Die Sintfluterzählung ist also als Mythos und nicht als „historische“ Erzählung didaktisch zu vermitteln.[73] Menschen am Ende des 20.Jhdts und mithin auch SchülerInnen leben im Wissen um die Bedrohung unserer Mutter Erde und die Gefahren einer Totalkatastrophe. „Daß unsere Zivilisation einer ´Sintflut´ entgegensteuert, ist vielen Jugendlichen vorstellbar“[74], auch wenn vielleicht nicht mehr die unmittelbare Angst vor dem atomaren Overkill besteht wie zu Zeiten von Peter Gabriels „Here comes the flood“ (1977), - gleichwohl haben wir die Reaktionen der Jugendlichen auf den Golfkrieg vor Augen! Vor allem die Bedrohung der Umwelt ängstigt viele, vgl. exemplarisch Michael Jacksons „Earth Song“ (1995)[75]. So wird die Sintfluterzählung zumeist unter ökologischer Perspektive (in Unterricht und Karikatur)[76] behandelt, - entgegen der Sentenz: „Nach uns die Sintflut!“  
  „Die Angst gehört zur Grundausstattung des Menschen, sie ist eine Art Warnsystem. Also ist es völlig falsch, mit ihr nichts zu tun haben zu wollen und alles zu verdrängen, was Angst macht. Sinnvoll ist es zu lernen, mit ihr umzugehen.“[77] Gerade Jugendliche werden dabei von apokalyptischen Bildern stark beeindruckt. Daß Apokalyse dabei „chic“ ist und der Nervenkitzel des Grausamen als ultimativer Kick gilt, ist nur die eine Seite, die andere Seite zeugt von einem recht klaren Bewußtsein Jugendlicher von den Zukunftproblemen unserer Gesellschaft: „Schülertexte zum Stichwort Zukunft lesen sich wie moderne Apokalypsen.“[78] Das bedeutet nicht, daß Jugendliche nicht inmitten dieser Ängste recht pragmatisch ihr Leben organisieren[79] in einem „Nebeneinander von pragmatischer Weltgestaltung und diffusen Untergangsängsten.“[80]  
  Gesellschaftlich haben weitere „Überflutungsängste“ derzeit Konjunktur: Flüchtlings“ströme“, Asylanten“fluten“[81], sog. Reizüber“flutung“ durch neue Medien. Solche Sprachbilder finden sich selbst in religionspädagogischer Literatur: „Gleichzeitig überschwemmen Symbole und Motive aus der Apokalyptik die Medien.“[82] Diese Angst vor den Fluten, so urmenschlich und verständlich sie sein mag, ist (politisch) vielfältig mißbraucht worden.  
   
  5.3. Mögliche Lernziele  
  Die SchülerInnen sollen  
 
  • „den Gebrauch von Zeichen studieren, probieren und kritisieren.“[83]
  • die biblische Symbolik von Sintflut und Arche in zeitgenössischer Popularkultur wahrnehmen und interpretieren lernen,
  • einen kritischen Vergleich zwischen biblischer Symbolik und zeitgenössischer Adaptation durchführen können,
  • einen „Paradigmenwechsel von der Rettungs- zur Untergangsgeschichte“[84] mittels des Vergleichs von biblischer Erzählung und zeitgenössischem Videoclip erfassen,
  • „an der Sintflutgeschichte erkennen, daß Gott trotz menschlicher Schuld an der Verheißung für die Schöpfung festhält.“[85] Apokalypsen sind Trostbücher für die Getreuen.[86]
  • die Apokalyptik als ureigenes Thema der Bibel erfassen; Apokalyptik soll weder in die säkularen Medien abwandern noch den Sekten überlassen werden. Biblische Apokalyptik motiviert und mobilisiert, sie läßt nicht in Schrecken erstarren und lähmt.[87]
 
  5.4. Methoden  
  Zu Beginn kann ausschließlich mit dem Videoclip gearbeitet werden im folgendem Dreischritt im Sinne des o.g. ersten Lernziels.[88] Zunächst gilt es, den Clip zu studieren, also intensiv wahrzunehmen. Dazu notieren SchülerInnen alles, was ihnen beim ersten Sehen und Hören auffällt. Dann sollen über ein Storyboard Aufbau und Struktur des Clips deutlich werden. Mit der Kernfrage „Was erzählt uns DIE FLUT?“ wird die Story/der Plot des Clips erarbeitet, bevor die Betrachtung einzelner Teile und Ebenen danach fragt, warum der Clip seine Story gerade so (und nicht anders) darstellt. Damit verknüpft ist die Frage nach unterschiedlichen Lesarten und Deutungen (und wie es dazu kommt) und die nach den verarbeiteten Motiven, Traditionen und Zitaten und der Ikonographie des Clips. – Dann beginnt als Probieren ein praktischer, handlungsorientierter, spielerischer Umgang mit dem Video: Clip bzw. Storyboard können verändert werden, zusätzliche (Bilder)Geschichten zum Clip können erstellt werden, ein eigener Alternativ-Clip kann entstehen oder nachgespielt Abbildung 1werden. – Endlich bilden sich SchülerInnen ein eigenes Urteil (Kritisieren). Hier können Fragen im Mittelpunkt stehen wie z.B.: Wird die biblische Sintfluterzählung angemessen im Clip verarbeitet? Hat der Clip faschistoide Tendenzen? Wie berechtigt ist die gegenwärtige popkulturelle Apokalyse-Stimmung?  
   
  In der Unterrichtspraxis bieten sich sodann Vergleiche zu weiteren (zeitgenössischen) Materialien an (wie oben und in Anlage aufgelistet).   
   
 
 
     
  *Thomas Bickelhaupt ist Studienrat im Fach Kunst an der PH Ludwigsburg; Dr. Uwe Böhm ist Lehrbeauftragter für Evang. Theologie/Religionspädagogik an der PH Ludwigsburg; Dr. Gerd Buschmann ist Akademischer Rat für Evang. Theologie/Religionspädagogik an der PH Ludwigsburg und einer der Herausgeber von THEOPHIL-online.  
   
  Anlagen  
 
  1. Stimmungsbarometer / Semantisches Differential
  2. Videoclip-Analyse-Modell
  3. Noten zu „Die Flut“
  4. Karikaturen und Fotos zum Arche- und Sintflut-Motiv
  5. Werbung mit Arche- und Sintflut-Motiv
  6. Popmusik zum Sintflut-Motiv: Peter Gabriel, Here comes the flood (1977)
  7. Das Sintflutmotiv in der bildenden Kunst
  8. Storyboard
  9. Spannungsbogen / Handlungsverlauf des Clips
 
   
  Anlage 1:Stimmungsbarometer (Semantisches Differential)  
   
  Das Gesehene wirkt auf mich ...  
 
1
ruhig
O
O
O
O
O
O
erregt
2
langsam
O
O
O
O
O
O
schnell
3
statisch
O
O
O
O
O
O
dynamisch
4
müde
O
O
O
O
O
O
lebhaft
5
stockend
O
O
O
O
O
O
fließend
6
passiv
O
O
O
O
O
O
aktiv
7
heiter
O
O
O
O
O
O

gedrückt

8
warm
O
O
O
O
O
O
kalt
9
weich
O
O
O
O
O
O
hart
10
hell
O
O
O
O
O
O
dunkel
11
angenehm
O
O
O
O
O
O
unangenehm
12
ansprechend
O
O
O
O
O
O
abstoßend
13
schön
O
O
O
O
O
O
häßlich
14
menschlich
O
O
O
O
O
O
unmenschlich
15
hoffnungsvoll
O
O
O
O
O
O
hoffnungslos
16
leicht  
O
O
O
O
O
O
schwer
17
froh
O
O
O
O
O
O
traurig
18
religiös
O
O
O
O
O
O
unreligiös
19
farbig 
O
O
O
O
O
O
grau
20
fein 
O
O
O
O
O
O
grob
21
zusammenhängend
O
O
O
O
O
O
chaotisch
22
klar 
O
O
O
O
O
O
verschwommen
23
lebensbejahend
O
O
O
O
O
O
lebensverneinend
24
friedlich
O
O
O
O
O
O
aggressiv
25
inhaltsvoll
O
O
O
O
O
O
inhaltsleer
26
gut
O
O
O
O
O
O
schlecht
 
   
  Mache ein Kreuz in die Nähe des Adjektivs, das deinem Gefühl eher entspricht! Es muss nicht überall ein Kreuz sein.  
 
© 1999 Bickelhaupt/Böhm/Buschmann
 
   
  Anlage 2: Videoclip-Analyse-Modell  
   
  A) Vorikonographische Beschreibung  
 
1. Gegenstandssicherung
1.1. Titel, Künstler, Produzent, Datum
1.2. Filmgattung
1.2.1. Real-, Trickfilm (Animationsart , z.B. Zeichentrick, Knettrick, Legetrick, Realtrick)[26]
1.2.2. Narrativer Clip, Performance Clip, Art Clip
1.2.3. Werbeclip, Musikclip, etc..
1.3. Inhaltsangabe
1.3.1. Drehbuch/Storyboard[27]
1.3.2. Erzählhandlung, Rahmenhandlung
1.3.2.1. Szenen, Sequenzen
Gliederungsmerkmale:   
Orts-, Zeitwechsel /Handlungsebenen / Stilmittel (Wiederholungen, Klimax, etc.)
2. Formale Beschreibung   
2.1. Anordnung im Raum nach Blickführung
2.1.1. Standort des Betrachters
2.1.2. Distanz des Betrachters zum Bild
2.1.3. Wege der Blickführung
2.1.4. Orte des Innehaltens
2.2. Perspektiven
2.2.1. Bestimmung der Fluchtpunkte und des Horizontes
2.2.2.  Frosch-, Vogel-, Normalperspektive
2.3.  Räumliche Situation
2.3.1. bei Figur: Gestik, Mimik, Haltung, Kleidung, Stofflichkeit, Tätigkeit, Beziehung  der Personen zueinander
2.3.2. bei Landschaft: Art der Landschaft, Jahreszeit, Wetterlage
2.3.3. bei ungegenständlichen Bildern: Nähe/Entfernung zur Wirklichkeit
2.4. Kamerabewegungen[28]
Stand / Schwenk, Fahrt / Zoom / Subjektive Kamera / Intensität   /
Handlungsachse/Kameraachse
2.5. Objektbewegung
Bewegungen der Personen / Stellung der Personen zur Kamera
2.6. Komposition
2.6.1.   Linienführung
2.6.1.1. Richtungen
2.6.1.1.1. Vertikal, horizontal, diagonal
2.6.1.1.2 Steigend, fallend, stehend
2.6.1.2. Beziehung der Linien zueinander
2.6.1.2.1. Rhythmik
2.6.1.3. Goldener Schnitt
2.6.2. Kompositorische Schlußfolgerungen
2.6.2.1. Gleichgewicht im Bild
2.6.3. Einstellungsgrößen:[29]
Weit, Totale, Halbtotale, Halbnah, Amerikanisch, Nah, Gross, Detail
2.7. Analyse der Hell-Dunkelbeziehung
2.7.1. Beschreibung und Lokalisierung der hellen, bzw. der dunklen Bildteile
2.7.2. Licht
2.7.2.1.   Ortung der Lichtquelle
2.7.2.1.1. Raumwirkung des Lichtes
2.7.2.1.2. Plastizität
2.7.2.1.3. Schatten
2.7.2.1.4.  Qualität/Quantität/Streuung
2.8. Farbe
2.8.1.   Primär-/Sekundär-/Tertiärfarben
2.8.1.1. Aufhellung/ Trübung
2.8.2. Nichtfarben
2.8.3. Grundton des Bildes
2.8.4. Kontraste
2.8.4.1. Quantität
2.8.4.2. Qualität
2.8.4.3. Komplementär
2.8.4.4. Kalt-Warm
2.8.4.5. Hell-Dunkel
2.8.5. Farbakkorde
2.8.6. Farbtemperatur
2.8.7. Lokal-, Erscheinungs-, Ausdrucksfarbe
2.9. Technik
Spezialeffekte (z.B. Slow-Motion, Blue Box, Unschärfen, Standbilder)
2.10. Text und Schriftbild
Sprachgestaltung / Sprachstil / Stilmittel / Zitate, etc.
2.11. Ton
2.11.1. Sprache
2.11.2. Geräusche
2.11.3. Musik
Aufbau (Strophe, Refrain) / Rhythmus, Lautstärke / Dynamik / Stimmung / Effekte
2.12. Text/Bild/Ton-Verhältnis
2.13. Schnittechnik
Hart/weich
Überblendungen
Bildfrequenz
 Effekte
3. Deutungsebene
3.1. Immanente Deutung nach Gliederungsabfolge
 
   
  B) Ikonographische Beschreibung und Interpretation  
  Analytische Methode zur Deutung der Motive (zeitgenössische Auffassung):  
  Das Kunstwerk wird, unabhängig vom ästhetischen Wert, als Konglomerat von Motiven verstanden (feststellend, weniger interpretierend, nicht wertend).  
  Ziel: Die Bedeutung des Werkes in seiner Entstehungszeit ermitteln.  
   
 
1. Identifikation von Gegenständen
2. Erfassen der einzelnen Motive
2.1. Wichtige Einzelmotive
2.2. Accessoires
2.3. Gesamtmotiv (Thema)
3. Historische Ableitung  der  Motive/Symbole
3.1. literararisches  Quellenstudium
3.2. Bezüge /Vergleich zu weiteren zeitgenössischen Bearbeitungen
4. Deutung des Bildes
 
   
  C) Ikonologische Interpretation  
  Erhebung des kulturellen, sozialen und historischen Hintergrunds des Themas.  
  Synthetische Deutung des Gesamtinhalts.  
  Frage nach „Bildsinn“ und „Botschaft“.  
  Die Bedeutung des Werkes im bestimmten historischen Kontext.  
 
1. Historischer Zusammenhang, in dem das Werk erstellt wurde
2. Auftraggeber (Beweggründe des Künstlers)
3. Zusammenhang von historischem Kontext und Auftraggeber
4. Welche Wirkung erhoffte man sich von der Arbeit?
5.   Welche Intention erzielt das Werk heute?
 
   
  D) Rezeptionsästhetik  
  Ziel: Frage nach der Wirkung des Kunstwerkes.  
 
1. Sozialgeschichtlich/ideologische Aussagen  
1.1. Reaktionen der Betrachter (Quellenstudium / empirische Erhebungen)  
1.2. Platz in seiner Zeit  
1.3. Kunstwerk als Form und Reflexion gesellschaftlicher Praxis: Kunstwerk als kollektives Gedächtnis; Analyse von Bildthemen einer Zeit, um gesellschaftliche Tendenzen und Produktionsverhältnisse, Ideen und Ideale wahrzunehmen.  
2. Ästhetische Aussagen  
2.1.   Einsichten in die Geschichte des Geschmacks  
2.2. Wechselwirkung von Kunstproduktion und Kunstkritik  
2.3. Wirkungsmöglichkeiten in der Zeit der Entstehung  
2.4.   Untersuchung der Wandlung künstlerischer Formulierungen  
2.5. Wiederaufnahme von Kunst durch Kunst  
 
   
  Anlage 3: Noten zu "Die Flut"  
   
 
aus: Musik und Bildung 30/1998 (Heft 4), 46.
 
   
  Anlage 4: Karikaturen und Fotos zum Arche- und Sintflut-Motiv  
   
 
 
  aus: Georg Bubolz / Ursula Tietz (Hg.), Zwischen Sintflut und Regenbogen. Einführungskurs, =Akzente Religion 1, Arbeitsbuch - Sekundarstufe II, Düsseldorf 1995, 52f.  
   
 
aus: Deutscher Katecheten-Verein (Hg.), Materialbrief 2/96, 13.
 
   
 
aus: Deutscher Katecheten-Verein (Hg.), Materialbrief 2/96, 15.
 
   
 
aus: Der Spiegel 1992 (Heft 34), 171.
 
   
 
aus: Der Spiegel 1991 (Heft 42), 27.
 
   
 
aus: Horst Klaus Berg, Karikaturen für das 7.-10. Schuljahr. Ausgewählt und didaktisch kommentiert, = Lieder, Bilder, Szenen im Religionsunterricht 8, Stuttgart/München 1978, 7.
 
   
 
aus: Georg Bubolz / Ursula Tietz (Hg.), Zwischen Sintflut und Regenbogen. Einführungskurs, =Akzente Religion 1, Arbeitsbuch Religion - Sekundarstufe II, Düsseldorf 1995, 37.
 
   
  Anlage 5: Werbung mit Arche- und Sintflut-Motiv  
   
 
aus: Der Spiegel 1990 (Heft 42), 173f.   aus: ADAC Motorwelt 1998 (Heft 12)
 
   
  Anlage 6: Popmusik zum Sintflut-Motiv: Peter Gabriel, Here comes the Flood  
   
 
Peter Gabriel, Here comes the flood, 1977 Da kommt die Flut (übersetzt von G.B.)
   
When the night shows Wenn die Nacht sich zeigt,
the signals grow on radios mehren sich die Signale in den Radios.
All the strange things All die seltsamen Dinge,
they come and go, as early warnings die als frühe Warnungen kommen und gehen.
Stranded starfish have no place to hide Gestrandete Seesterne haben keinen Platz
still waiting for the swollen Easter tide mehr, sich zu verstecken.
There´s no point in direction we cannot Sie warten immer noch auf das Anschwellen
even choose a side. der Flut zu Ostern.
  Es gibt keinen Orientierungspunkt,
  wir können nicht einmal mehr eine Seite wählen.
   
I took the old track Ich nahm den alten Pfad
the hollow shoulder, across the waters mit eingefallener Schulter über die Wasser
On the tall cliffs auf den großen Felshängen.
they were getting older, sons and daughters Sie wurden älter, Söhne und Töchter -
The jaded underworld was riding high die erschöpfte Unterwelt flutete nach oben.
Waves of steel hurled metal at the sky Stahlwellen schleuderten Metall an den
and as the nail sunk in the cloud, the rain Himmel. Und als die Nägel in der Wolke
was warm and soaked the crowd. Verschwanden, war der Regen warm und
  tränkte die Menge.
   
Lord, here comes the flood Herr, da kommt die Flut. - Wir werden
We´ll say goodbye to flesh and blood Lebwohl zu Fleisch und Blut sagen.
If again the seas are silent Wenn die Wasser wieder ruhig sind dort,
in any still alive wo noch Leben herrscht,
It´ll be those who gave their island to survive werden die es sein, die ihre Insel zum
Drink up, dreamers, you´re running dry. Überleben gaben. Trinkt aus, Träumer,
  ihr werdet austrocknen.
   
When the flood calls Wenn die Flut ruft,
You have no home, you have no walls hast du kein Zuhause, hast du keine Wände,
In the thunder crash im Donnerknall bestehst du aus tausend
You´re a thousand minds, within a flash Seelen, mitten in einem Blitz.
Don´t be afraid to cry at what you see Hab´ keine Angst, über das zu weinen, was
The actors gone, there´s only you and me du siehst. Die Akteure sind verschwunden,
And if we break before the dawn, they´ll es gibt nur dich und mich. Und wenn wir vor
Use up what we used to be. der Morgendämmerung zerbrechen, werden
  sie aufbrauchen, was wir früher einmal
  waren.
   
Lord, here comes the flood Herr, da kommt die Flut. - Wir werden
We´ll say goodbye to flesh and blood Lebwohl zu Fleisch und Blut sagen.
If again the seas are silent Wenn die Wasser wieder ruhig sind dort, in
any still alive wo noch Leben herrscht,
It´ll be those who gave their island to survive werden die es sein, die ihre Insel zum
Drink up, dreamers, you´re running dry. Überleben gaben. Trinkt aus, Träumer, ihr
  werdet austrocknen.
 
   
  Anlage 7: Sintflutmotiv in der Bildenden Kunst  
   
 
aus: Georg Bubolz / Ursula Tietz (Hg.), Zwischen Sintflut und Regenbogen. Einführungskurs, =Akzente Religion 1, Arbeitsbuch Religion - Sekundarstufe II, Düsseldorf 1995, 15.
 
Johann Heinrich Schönfeld (1609-1684), Die Sintflut. - Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister. Aus: http://www.uni-leipzig.de/ru (Bilder zum Religionsunterricht)
 
aus: Deutscher Katecheten-Verein (Hg.), Materialbrief 2/96. 16.
 
   
 
Anlage 8: Storyboard Anlage 9: Spannungsbogen / Handlungsverlauf des Clips
 
   
 
 
   
   
 
 
 

[1] Georg Maas, Videoclips. Gegenwartskunst oder Gefahr für die Jugend?, in: Musik und Unterricht 51/1998, 5-12. – Als Einführung in die Gattung Videoclip vgl.: Veruschka Bódy & Peter Weibel (Hg.), Clip, Klapp, Bum. Von der visuellen Musik zum Musikvideo, Köln 1987 / Peter Weibel, Musik-Videos. Von Vaudeville bis Videoville, in: Veruschka & Gábor Bódy (Hg.), Video in Kunst und Alltag, Köln 1986, 24-41 / Barbara Barthelmes, Video-Clips, in: Reinhold Weyer (Hg.), Medienhandbuch für Musikpädagogen, Regensburg 1989, 266-276 / Ernst-Klaus Behne (Hg.), film – musik – video oder: Die Konkurrenz von Auge und Ohr, Regensburg 1987 / Claudia Bullerjahn, Artikel „Videoclips / Musikvideos“, in: Neues Lexikon der Musikpädagogik – Sachteil, Kassel 1994, 296f. / Johannes Menge, Videoclips: ein Klassifikationsmodell, in: Hans-J. Wulff (Hg.), 2. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium Berlin ´89, Münster 1990, 189-200 / Julien Temple, Videopop, in: Klaus Frederking (Hg.), Rock Session 8: Sound and Vision, Reinbek 1985, 49-59 / Winfried Pape & Kai Thomsen, Zur Problematik der Analyse von Videoclips, in: Step across the border. Neue musikalische Trends – neue massenmediale Kontexte, (Arbeitskreis Studium populärer Musik e.V. / Beiträge zur Popularmusikforschung 19/20, hg. von Helmut Rösing), Karben 1997, 200-226.

[2] Vgl. z.B. Werner Glogauer, Sex und Gewalt als auffälligste Inhalte von Videoclips, in: Musik und Bildung 20/1988 (Heft 11), 835-840 / ders., Kriminalisierung von Jugendlichen durch Medien: Wirkungen gewalttätiger, sexueller, pornographischer und satanischer Darstellungen, Baden-Baden 41994. – Vgl. dagegen: Michael Altrogge & Rolf Amann, Videoclips – die geheimen Verführer der Jugend? Ein Gutachten zur Struktur, Nutzung und Bewertung von Heavy-Metal-Videoclips, =Schriftenreihe der Landesmedienanstalten 2, Berlin 1991: „So spiegeln die ablehnenden Reaktionen von Journalisten, Medienwissenschaftlern und Pädagogen auf das Bildmaterial in Videoclips eher deren Wahrnehmung wider, als daß sie erhellend sind für die Bedeutung dieser Bilder innerhalb jugendlicher Subkulturen.“ (93). In religionspädagogischer Perspektive: Hans-Günter Heimbrock, Virtuelle Räume: Wahrnehmung und Einbildung, in: ders. (Hg.), Religionspädagogik und Phänomenologie. Von der empirischen Wendung zur Lebenswelt, Weinheim 1998, 217-233 / Matthias Wörther, Vom Reichtum der Medien. Theologische Überlegungen. Praktische Folgerungen. Würzburg 1993 / Wolfgang Fleckenstein, Medienpädagogik als Aufgabe. Anfragen an eine zeitgemäße Religionspädagogik, in: Medien praktisch 18/1994 (Heft 71), 47-51 / Hans-Dieter Kübler, Medienpädagogik und Religionsunterricht. Perspektiven und Aufgabenfelder, in: Medien praktisch 15/1991, 26-30.

[3] Pape & Thomsen, Problematik, 210 bezweifeln auf Grund der Produktionsbedingungen, daß kommerzielle „Videoclips ein wichtiger Schlüssel zum Verstehen von Jugendkulturen sind.“ Aber selbst, wenn man wie sie, Videoclips als reine Marketinginstrumente betrachtet, gilt, daß Werbung nie ohne Reflex auf die Zielgruppe funktioniert. – Richtig ist freilich: Popmusik und Videoclips sind längst keine rein jugendkulturellen Phänomene mehr.

[4] Exemplarisch sei verwiesen auf: Gerd Buschmann, Unterwegs zu einer Lebenswelt-orientierten Religionspädagogik – oder: was aus religiösen Elementen in Musik-Videos zu lernen wäre / Rolf Sistermann, Musikvideo – Ein neues Medium für den Religionsunterricht. Beide Artikel in: Zeitschrift für Pädagogik und Theologie. Der Evangelische Erzieher 50/1998 (Heft 2: Musik und Transzendenz), 188-203 bzw. 203-214.

[5] Umberto Eco, Die Multiplizierung der Medien, in: ders., Über Gott und die Welt. Essays und Glossen, München 1985, 157-162: 162.

[6] Vgl. Wolf-Rüdiger Wagner, Gegen das ´Postman-Syndrom`!, in: Medien praktisch 19/1995 (Heft 4), 4-10.

[7] Vgl. z.B. Peter Biehl, Symbole geben zu lernen, Bd. 1, Neukirchen-Vluyn 21991, 164.

[8] Vgl. z.B. Michael Meyer-Blanck, Vom Symbol zum Zeichen. Symboldidaktik und Semiotik, = Vorlagen N.F. 25, Hannover 1995.

[9] Vgl. u.a. die bei Buschmann, Unterwegs, 194 Anm. 26 genannte Literatur.

[10] Vgl. z.B. Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, Medienerziehung in der Schule. Orientierungsrahmen, Heft 44, Bonn 1995, 29f.

[11] Bernhard Dressler & Michael Meyer-Blanck (Hg.), Religion zeigen. Religionspädagogik und Semiotik, = Grundlegungen 4, Münster 1998, 6. – In diesem Band auch eine ausführliche semiotische Analyse von Madonnas Video-Clip „Like a Prayer“: Andreas Mertin, Like a Sign. Medienkunst – Semiotik – Bilddidaktik, 83-142.

[12] Vgl. Christian Grüninger & Frank Lindemann, VIVA – Ein deutscher Videoclipcanal als positiver Beitrag zur Jugendkultur, in: Unsere Jugend 47/1995, 413-424.

[13] Vgl. Karl Stocker, Eine neue pädagogische Herausforderung: Videoclips. Thesen zur Rezeption, in: medien + erziehung 33/1989, 85-90, besonders These 40 und 44.

[14] Vgl. Wolf-Eckart Failing & Hans-Günter Heimbrock, Gelebte Religion wahrnehmen. Lebenswelt – Alltagskultur – Religionspraxis, Stuttgart 1998 / Albrecht Grözinger, Praktische Theologie als Kunst der Wahrnehmung, Gütersloh 1995 / Kristian Fechtner & Michael Haspel (Hg.), Religion in der Lebenswelt der moderne, Stuttgart 1998 / Henning Luther, Religion und Alltag. Bausteine zu einer Praktischen Theologie des Subjekts, Stuttgart 1992.

[15] Ben Frie, Musikvideo – Lingua Franca der Jugend, in: Katechetische Blätter 112/1987 (Heft 4), 293-295: „Ich kann nur hoffen, daß Religionslehrer sich einlassen auf die Musikvideosprache ... Wer sich fernhält von diesem Genre, ist in Gefahr, junge Menschen nicht ganz verstehen zu können und ein gutes Stück der heutigen Kulturgeschichte zu verpassen. Schimpfen ist allzu leicht.“ (295).

[16] Vgl. z.B. Andreas Mertin, Religion in der Alltagswelt am Beispiel des Video-Clips „Like a prayer“ von Madonna, in: Schönberger Hefte 25/1995 (Heft 3), 1-12 / Für Mai 1999 ist der Titel von Andreas Mertin angekündigt: Videoclips im Religionsunterricht, Göttingen 1999 (vgl. schon jetzt Andreas Mertins instruktiven Internet-Artikel: Die religiöse Welt der Video-Clips unter: http://www.home4u.de/amertin/video.htm) / Gerd Buschmann, Der Sturm Gottes zur Neuschöpfung. Biblische Symboldidaktik in Michael Jackson´s Mega-Video-Hit „Earth Song“, in: Katechetische Blätter 121/1996, 187-196 / Gerd Buschmann & Julia Dieter, „Jesus“ Müller-Westernhagen ikonographisch: Ein Musikvideo mit religiöser Thematik als modern-mystisches Andachtsbild der Passionsfrömmigkeit, erscheint in: Zeitschrift für Pädagogik und Theologie. Der evangelische Erzieher 51/1999 (Heft 3) / Gotthard Fermor, Religion in der Werbung – Werbung für die Religion? Beobachtungen zu einem Werbespot der Firma C & A – Young Collections, in: Pastoraltheologie 86/1997, 2-12 (zu Marla Glen: Believer) / Bernd Schwarze, Die Religion der Rock- und Popmusik. Analysen und Interpretationen, =Praktische Theologie heute 28, Stuttgart 1997, 203-223 zu Madonna: „Like a Prayer“.

[17] Friedrich Neumann, Wann kommt die Flut? Der etwas andere Sommerhit von Witt und Heppner, in: Musik und Bildung 30/1998 (Heft 4), 44-48: 44.

[18] Vgl. auch Inge Kirsner, Things to come. Die Inkarnation der Apokalypse im Film, in: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 19-23.

[19] CD: Strange Ways Records EPC 665725 2 Ó Sony Music Entertainment Inc. 1998. Die Flut (radio edit) 4:14 / Die Flut (long version) 5:42. – Und auf der CD „Bayreuth Eins“.

[20] Maas, Videoclips, 9.

[21] Maas, Videoclips, 11 / Vgl. auch Harald G. Wallbott, Macht der Ton die „Musik“ oder doch eher das Bild? Eine Untersuchung zur Rezeption von Videoclips, in: Hans J. Wulff u.a. (Hg.), 2. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium / Berlin ´89, Münster 1990, 209-220: 212f.

[22] Vgl. Erwin Panofsky, Sinn und Deutung in der bildenden Kunst, Köln 1975 (Nachdruck 1996), ursprünglich: Meaning in the Visual Arts, Garden City, N.Y. 1955.

[23] Vgl. Roelof van Straten, Einführung in die Ikonographie, Berlin 21997, 24.

[24] Vgl. Wolfgang Kemp, Kunstwerk und Betrachter: Der rezeptionsästhetische Ansatz, in: Hans Belting u.a. (Hg.), Kunstgeschichte - Ein Einführung, Berlin 51996, 241-258.

[25] Vgl. Heinz Lemmermann, Musikunterricht. Hinweise - Bemerkungen - Erfahrungen - Anregungen, Bad Heilbrunn 31984, 254-259: 255.

[26] Nähere Informationen dazu bei: James Monaco, Film verstehen. Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Medien. Mit einer Einführung in Multimedia, Reinbek, überarb. und erweit. Neuausgabe 1995, 132-142.

[27] Siehe Anlage.

[28] Siehe Anlage.

[29] Siehe Anlage.

[30] Roelof van Straten, Einführung in die Ikonographie, Berlin 21997, 24f.

[31] Während etwa zwei Drittel aller auf den Musikkanälen MTV, Viva etc. ausgestrahlten Clips nur einmal zu sehen sind, gelangen nur wenige in die sog. Heavy Rotation, d.h. „sie werden mehr als zehnmal pro Woche gesendet. Auf diese Weise füllen etwa 25 Prozent der Clips rund 80 Prozent des Programms.“ (Lothar Mikos, Selbstreflexive Bilderflut. Zur kulturellen Bedeutung des Musikkanals MTV, in: Medien praktisch 17/1993, 17-20: 18.)

[32] Maas, Videoclips, 7. - Der Performance-Clip hingegen bereitet lediglich die (oft fingierten) Auftritte einer Band optisch attraktiv auf, ohne eine selbständige Erzählung zu entwickeln. Man unterscheidet außerdem „seminarrative Clips“ (Mischung aus Konzept- und Performance-Clip) und Effekt- oder Art-Clips. Oft liegen Mischgattungen vor. -   Maas unterscheidet zwischen: 1. Performance Clips, 1a. Realperformance (Musiker in realistischer Musiziersituation), 1b. Conceptperformance (Der „Auftritt“ wird verfremdet mit Blick auf die Geschichte o.ä.), 2. Concept Clips, 2a. narrativ (fortlaufende Geschichte), 2b. episodisch (situativ) (einzelne Textabschnitte werden bildnerisch dargestellt), 2c. frei assoziativ, 3. Trailer (Filmwerbung) (Titelsongs einer aktuellen Kinoproduktion: Einstellungen des Interpreten werden mit Ausschnitten aus dem Film gemischt).

[33] Menge, Videoclips, 195: „Singspiele entstehen immer dann, wenn der Clip auf der Konzeptseite narrative oder situative Strukturen aufweist, in denen der oder die Interpreten gleichzeitig singend (performierend) und handelnd agieren.“ – Pape & Thomsen, Problematik, bieten einen kritischen Abriß der bisherigen Forschungsgeschichte zu Analyse- und Kategorisierungsversuchen von Videoclips.

[34] Vgl. Neumann, Flut, 44.

[35] Daniel Bax, Die selbstbewußte Popnation. Im deutschen Pop wurden 1998 schwere Themenpakete wie Tradition, Kultur und Ethnizität publikumsgerecht und mehrheitsfähig neu verpackt. Die Erfolgsmodelle hießen German Gothic, Schlager-Revival, deutscher Soul und Multikulti-Tabaluga. Ein Jahresrückblick, in: TAZ vom 29.12.1998, 10.

[36] Vgl. zur Erstinformation: Hans-Joachim Schlegel, Panzerkreuzer Potemkin, in: Günter Engelhard u.a. (Hg.), 111 Meisterwerke des Films. Das Video-Privatmuseum, Frankfurt/M. 1989, 19-21.

[37] „Weil Bayreuth für mich als Synonym, als selbstgewählter Kunstbegriff für Emotionalität, Romantik und Tiefe steht und Assoziationen von Tragik, Morbidität und verschwenderischer Opulenz weckt.“ (Aus der u.g. homepage)

[38] Vgl. http://www.joachimwitt.de/html2/lyrik04.htm / Neumann, Flut, 46.

[39] Copyright bei Strange Ways Records / Eisenherz Musikverlag Petra / Hanseatic Musikverlag GmbH 1997; vgl. Neumann, Wann kommt die Flut?, 46.

[40] Pape & Thomsen, Problematik, 206f.

[41] Michael Altrogge, Wohin mit all´ den Zeichen oder: was hat Madonna mit dem Papst und Pepsi-Cola zu tun?, in: Hans J. Wulff u.a. (Hg.), 2. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium / Berlin ´89, Münster 1990, 221-234: 226.

[42] Zusammengesetzt aus Elementen von „Priesterschrift“ und „Jahwist“: doppelte Einleitung (Gen 6,5-8 / 6,9-12), doppelter Schluß (Gen 8,20-22 / 9,1-17), Differenzen in der Angabe über Dauer der Sintflut, Anzahl der Tiere, Öffnung der Arche etc., vgl. als Erstüberblick: C. A. Keller, Art. Sintflut ,II. Im AT, RGG3 6, 51f. – Vgl. auch Claus Westermann, Art. „,vht, tehom, Flut“, in: Ernst Jenni & Claus Westermann (Hg.), Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament Bd. 2, München/Zürich 1984, 1026-1031. – Die beiden Stränge der Erzählung finden sich für SchülerInnen aufbereitet bei: Georg Bubolz & Ursula Tietz (Hg.), Zwischen Sintflut und Regenbogen. Einführungskurs, =Akzente Religion 1, Arbeitsbuch Religion – Sekundarstufe II, Düsseldorf 1995, 26-40.

[43] Vgl. zu den Hauptszenen der Sintflut in der Kunstgeschichte: Raimund Daut, Art. Noe (Noah), in: Engelbert Kirschbaum u.a. (Hg.), Lexikon der christlichen Ikonographie 4, Freiburg 1972 (Sonderausgabe 1994), 611-620.

[44] Vgl. z.B. die Karikaturen bei Bubolz & Tietz, Sintflut und Regenbogen, 52f. – Eine interessante Umkehrung bei: Horst Klaus Berg, Karikaturen für das 7.-10. Schuljahr, =Lieder, Bilder, Szenen im Religionsunterricht Bd. 8, Stuttgart/München 1978, 6f.

[45] Claus Westermann, Theologie des Alten Testaments in Grundzügen, =ATD E.6, Göttingen 1978, 103.

[46] Westermann, Theologie, 104.

[47] Vgl. Walther Zimmerli, Grundriß der alttestamentlichen Theologie, =ThW 3, Stuttgart 31978.

[48] Franz W. Niehl & Heinz-Günther Schöttler, Noah, die Sintflut und die Arche. Anregungen für einen dialogischen Bibelunterricht in der Sekundarstufe I, Deutscher Katecheten-Verein, Materialbrief 2/96 RU. Bausteine für den Religionsunterricht (5.-10. Klasse). Beiheft zu den Katechetischen Blättern, 6. – Vgl. auch Ursula Früchtel & Hans-Werner Büscher, Mit der Bibel Symbole entdecken, Göttingen 1991, 542.

[49] Z.B. Marlies Bachmann, Noah: Gott rettet – rettet Gott? Dokumentation eines Schulgottesdienstes mit anschließender Religionsstunde in der Grundschule (Klasse 3), in: Der evangelische Erzieher 38/1986 (Heft 3), 267-271 / Friedrich Johannsen, Was der Regenbogen erzählt. Wasser – ein biblisches Symbol. Anregungen und Beispiele für die Grundschule, GTB 758, Gütersloh 1987, 69-76: „Rettungssymbol Arche“, vgl. aber auch 48-59: „Wasser bedroht Leben.“

[50] Vgl. zum Folgenden: Hans Maaß, Religionsgeschichtliches Stichwort: Apokalyptik, in: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 8f.

[51] Ulrich Duchrow & Gerhard Liedke, Schalom. Der Schöpfung Befreiung, dem Menschen Gerechtigkeit, den Völkern Frieden. Stuttgart 1987, 52f.

[52] Ulrich H. J. Körtner, Weltende. Zur theologischen Herausforderung apokalyptischen Denkens im Zeichen globaler Bedrohung, in: Der evangelische Erzieher 45/1993 (Heft 3), 286-300: 294f; 287; 288f. – Das zeigt Körtner u.a. an: Hoimar von Ditfurth, So laßt uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Es ist soweit, Hamburg/Zürich 1985.

[53] Körtner, Weltende, 295 spricht deshalb mit K. Vondung, Die Apokalypse in Deutschland, München 1988 von „kupierten Apokalypsen.“

[54] Körtner, Weltende, 294.

[55] Bubolz & Tietz, Sintflut und Regenbogen, 15-21: eine indianische Fluterzählung und das Gilgamesch-Epos.

[56] Vgl. Hanna Hohl, Art. Sintflut, in: Engelbert Kirschbaum u.a (Hg.), Lexikon der christlichen Ikonographie 4, Freiburg 1972 (Sonderausgabe 1994), 162f., z.B.: Michelangelo, Sintflut, Deckenfresko, um 1509, Vatikan, Sixtinische Kapelle / Théodore Géricault, Sintflut, Gemälde von 1818/20, Louvre. – Zum bekannten Noah-Fresko aus der Petrus-Katakombe in Rom vgl. Günter Lange, „Noach im Kasten“. Zum Noach-Bild der Schulbibel, in: Katechetische Blätter 111/1986 (Heft 1), 21-27, dort auch Hinweise zu weiteren Bildvergleichen. – Zu Bildern im Religionsunterricht und zu Bildbanken im Internet vgl. das interessante Projekt des Instituts für Religionspädagogik der Universität Leipzig unter: http://www.uni-leipzig.de/ru.

[57] Erschienen u.a. in: AutoBild Nr. 45 vom 6.11.1993.

[58] Erschienen u.a. in: ADAC Motorwelt 12/98.

[59] Erschienen u.a. in: Der Spiegel 44/1990 (Heft 42) vom 15.10.1990, 173f.

[60] LP „Peter Gabriel“, 1977 als CD neu aufgelegt: PGCD 1. Charisma Records Ltd., Virgin Rec. 256 927 (0777 7 86367 2 4).  – Auch in veränderter Version erhältlich auf Peter Gabriel, CD „Shaking the tree – Sixteen Golden Greats“ (CD 261178 PM 610), Peter Gabriel Ltd./Editions Virgin Musique (0777 7 86326 2 7). – Zu dem ehemaligen Genesis-Mitglied Peter Gabriel vgl. in theologischer Perspektive besonders seine Filmmusik zu Martin Scorsese, The Last Temptation of Christ (Die letzte Versuchung Christi), USA 1988 und seine LP „Passion“, vgl. dazu: Stephan Alkier, Peter Gabriels „Passion“ – eine zeitgenössische Passionsmusik, in: Der Evangelische Erzieher 43/1991, 126-129.

[61] Bubolz & Tietz, Sintflut und Regenbogen, 15.

[62] Zu e) – g) liegen u.a. Anregungen vor bei: Niehl & Schöttler, 8-16 / zu f)- g) auch bei: Ursula Früchtel & Klaus Lorkowski, Religion im 9./10. Schuljahr, Zürich/Köln 1982, 105f. / zu g) bei: Hanisch & Haas, 24 Unterrichtseinheiten, 17f. / Bubolz & Tietz, Sintflut und Regenbogen, 37; 53f (Karikaturen), 14 (Literatur).

[63] Vgl. http://www.joachimwitt.de / Zur Erstinformation vgl. auch: Frank Laufenberg, Rock- und Poplexikon 2, Düsseldorf/Wien 1994, 1654.

[64] Neumann, Flut, 48.

[65] Neumann, Wann kommt die Flut?, 44.

[66] Daniel Bax, Tanz den Arno Breker. Joachim Witts Teutonen-Folklore provozierte kontroverse Reaktionen: Boykott auf MTV und Erfolg in den Charts. Mit der Band Weissglut droht der neue Nazi-Trash nun ernst zu werden, in: TAZ vom 31.10.1998, 15. – Vgl. auch: Der Spiegel 44/1998: Trübe Lichtgestalt – Mit martialischem Grusel-Rock bedienen sich immer mehr deutsche Musiker im Posen-Fundus der Rechtsradikalen – und haben damit Erfolg.

[67] Christian Seidl, Pop: Hochwasser in den Charts, STERN 29/1998 vom 9.07.1998, 150.

[68] Vgl. Achim Schudack, Umgang mit einer Kultband. „Rammstein“ als Grenzfall der Popmusikdidaktik, in: Musik und Bildung 1998 (Heft 4), 28-32.

[69] Flut, 45.

[70] Z. B. nannten einige schon beim Hören der Musik den Begriff „Schiff“ bzw. „Arche Noah“. Durch Rückfragen wurde deutlich, dass ihnen der Videoclip bekannt ist.

[71] Es wurde im Vergleich zur reinen Musikrezeption mehr auf der Rückseite notiert. Ein Schüler schrieb z.B. alle Einblendungen auf.

[72] Georg Bubolz & Ursula Tietz (Hg.), Zwischen Sintflut und Regenbogen. Einführungskurs, =Akzente Religion 1, Arbeitsbuch Religion – Sekundarstufe II, Düsseldorf 1995, 12.

[73] Vgl. Bubolz & Tietz, Sintflut und Regenbogen, 21-24.

[74] Niehl & Schöttler, Noah, 2.

[75] Vgl. Gerd Buschmann, Der Sturm Gottes zur Neuschöpfung. Biblische Symboldidaktik in Michael Jackson´s Mega-Video-Hit „Earth Song“, in: Katechetische Blätter 121/1996, 187-196 / Norbert Weidinger & Wolfgang Dirscherl, Ein Earth-Song, der den Himmel bestürmt. Anregungen für den Unterricht zum Thema „Schöpfung“, in: Katechetische Blätter 121/1996, 197-199.

[76] Vgl. z.B. Bubolz & Tietz, Sintflut und Regenbogen, 37 (Karikatur von Hans-Georg Rauch, Wir schwimmen oben, aus: Die Zeit Nr. 51/1993), 53f.

[77] Gudrun Pausewang, Wie begegne ich als Jugendbuchautorin den Ängsten meiner jungen Leser? Eine Jugendbuchautorin im Gespräch: Zivilcourage stärkt das Immunsystem, in: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 11f.

[78] Walter Dietz, Editorial zu: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 2. – Vgl. auch Klaus Wegenast, Die Apokalypse des Johannes als didaktisches Problem, in: Der evangelische Erzieher 45/1993 (Heft 3), 300-314: 304-307 / Gisela Kittel, Die Welt nach dem Jahr 2000: meine Ängste – meine Träume. Texte aus der Offenbarung des Johannes im Unterricht der Sekundarstufe I, in: Der evangelische Erzieher. Zeitschrift für Pädagogik und Theologie 45/1993 (Heft 3), 315-324.

[79] Vgl. die Schüleräußerungen u.a. bei: Georg Bubolz & Ursula Tietz (Hg.), Zwischen Sintflut und Regenbogen. Einführungskurs, =Akzente Religion 1, Arbeitsbuch Religion – Sekundarstufe II, Düsseldorf 1995, 6.

[80] Samuel Vollenweider, Die Beschwörung der Mächte. Überlegungen zur Botschaft der Johannesapokalypse, in: Der evangelische Erzieher. Zeitschrift für Pädagogik und Theologie 45/1993 (Heft 3), 271-286: 271.

[81] Vgl. etwa die Karikatur von Gerhard Mester, in: Löwensteiner Cartoon Service (Hg.), Die Würde des Menschen ist (un)antastbar. Die Verteidigung der Menschenrechte mit dem Stift des Karikaturisten. Cartoons und Karikaturen zur 50jährigen „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, Löwenstein 1998, 27.

[82] Frieder Spaeth, Apokalypse – Thema im Religionsunterricht? Befreiung aus dem Bann des Schreckens. Bildung an apokalyptischen Themen, in: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 5-7: 5. (Hervorhebung durch uns).

[83] Michael Meyer-Blanck, Vom Symbol zum Zeichen. Symboldidaktik und Semiotik, Hannover 1995, 119.

[84] Niehl & Schöttler, Noah, 2. – Aber schon zur Sintfluterzählung läßt sich im Rundgespräch diskutieren: Hoffnungs-  oder Katastrophengeschichte?

[85] Helmut Hanisch & Dieter Haas, 24 Unterrichtseinheiten für den Religionsunterricht Hauptschule 8./9. Schuljahr, 1. Halbband, =RPE, Stuttgart 21983, 13.

[86] Hans Maaß, Religionsgeschichtliches Stichwort: Apokalyptik, in: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 8f.

[87] Vgl. Martin Polster, Apokalyptik – noch immer aktuell: Weltdeutung zwischen Depression und Hoffnung, in: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 3f. / Frieder Spaeth, Apokalypse – Thema im Religionsunterricht? Befreiung aus dem Bann des Schreckens. Bildung an apokalyptischen Themen, in: entwurf 2/97. Religionspädagogische Mitteilungen, 5-7.

[88] Zu den folgenden Überlegungen vgl. Mertin, Like a Sign, 113-128.

 
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